Proteste in der Türkei: Sechs Polizisten begehen Selbstmord

Seit Beginn der Proteste in der Türkei sollen sich sechs Polizeibeamte das Leben genommen haben. Die türkische Polizeigewerkschaft macht die miserablen Arbeitsbedingungen dafür verantwortlich. Eine Klage gegen die obersten Polizeibehörden sei in Planung.

Die türkische Polizeigewerkschaft Emniyet-Sen hat die Arbeitsbedingungen unter denen die Polizeibeamten aktuell im Einsatz sind scharf kritisiert. Seit Beginn der Ausschreitungen in der Türkei, sollen sich bisher sechs Beamte das Leben genommen haben. Zwei von ihnen sollen während der Einsätze Selbstmord begangen haben.

„Sie sind bis zu 120 Stunden im Dauereinsatz. Insbesondere die herangezogenen Einsatzkräfte aus den Provinzen in Istanbul und Ankara machen ihre Arbeit unter katastrophalen Bedingungen. Sie schlafen auf den Straßen“, zitiert die Milliyet den Emniyet-Sen-Vorsitzenden Faruk Sezer.

Das gewalttätige Vorgehen der Polizei sei auch eine Reaktion auf jene miserablen Bedingungen. „Wir sammeln derzeit Beweismaterialien, um unseren Vorwurf zu belegen. Anschließend werden wir gegen die Verantwortlichen vor Gericht ziehen. Diejenigen, die unsere Beamten in eine derart schlecht Lage gebracht haben sind Vaterlandsverräter“, so Sezer.

In den vergangenen Tagen ist ein Youtube-Video aufgetaucht, in dem Polizeibeamte zum Ausdruck bringen, dass sie keine Lust mehr auf die Ausschreitungen haben. Sie berichten einem Bürger, dass sie nicht aus Spaß im Einsatz seien, sondern um ihre Familien durchzubringen. Ein weiterer Polizeibeamter sagt, dass er ohne Pause seit vier Tagen im Einsatz sei:

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