Ausländisc​he Investitio​nen: Türkei-Pro​teste könnten der AKP nutzen

US-Ökonom Daron Acemoğlu hofft, dass die AKP-Regierung die Demonstrationen in der Türkei als die Geburt einer neuen Demokratiebwegung betrachten werde. Denn positive Signale seitens der Regierungspartei könnten der Türkei auch ausländische Investitionen sichern. Investoren könnten dadurch die Verunsicherung genommen werden.

„Wenn die Proteste in der Türkei als Chance von der Regierung begriffen werden, dann werden auf langfristige Sicht ausländische Direktinvestitionen in das Land fließen“, so der amerikanisch-türkische Ökonom armenischer Abstammung Daron Acemoğlu. Durch die aktuellen politischen Ereignisse sei es in der Türkei zu Schwankungen an der Börse gekommen (mehr hier).

Die Regierung solle die landesweiten Proteste als „neue Demokratiebewegung“ ansehen. Das sei eine einmalige Chance, um die Türkei zu einer noch „offeneren“ und „liberaleren“ Gesellschaft zu machen, so Acemoğlu im Gespräch mit dem Onlineportal TheLira. Es müsse darauf geachtet werden, dass die Behörden durch den Einsatz von Gewalt nicht „noch schlechtere Dynamiken“ in Gang setzen.

Fitch und Acemoğlu denken ähnlich

Auch der Chef-Analyst der Ratinagentur Fitch, Paul Rawkins, sagte zuvor in einer Mitteilung, dass die Unruhen in der Türkei in der Bewertung der Kreditüwrdigkeit des Landes berücksichtigt worden seien. Maßgeblicher für eine Neubewertung der Bonität sei das Krisenmanagement der AKP-Regierung.

„Wenn die Behörden mit der Situation schlecht umgehen, dann könnte die Situation eskalieren. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft wären dann negativ“, heißt es. Ausländische Direktinvestitionen würden einen Rückschlag erleben und kurzfristigen ausländischen Kapitalzufluss verhindern (mehr hier).

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