Wegen Solidarität mit Demonstranten: Türkischer TV-Star Memet Ali Alabora von Unbekannten bedroht

Der bekannte türkische Schauspieler Memet Ali Alabora gibt an, wegen seiner Unterstützung der derzeitigen Proteste von Unbekannten bedroht worden zu sein. Auslöser soll der Bericht einer Tageszeitung gewesen sein. Diese habe ihn als einer der führenden Köpfe dargestellt, die die türkische Regierung stürzen wollten.

Am vergangenen Montag, den 10. Juni, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, habe die Yeni Şafak behauptet, dass ein Theaterstück mit dem Titel „Mi Minör“ seit Monaten die „Revolution“ in der Türkei geprobt habe. In diesem Zusammenhang beschuldigte sie den Schauspieler Memet Ali Alabora mit „externen Spionen“ zu kollaborieren, um in der Türkei eine Revolution anzuzetteln.

Alabora, der in diesem Stück als Regisseur wirkt, ist in der Türkei ein bekannter Aktivist, der sich für Menschenrechte und Umwelt einsetzt. Yeni Şafak versuchte nun seine vermeintlichen Intentionen zu untermauern, indem sie einige Interviews des Künstlers zitierte, in denen er unter anderem über das fiktive Pinima spricht, der Plot des Stücks, ein Land, in dem der Präsident alles entscheidet. In seinem Schauspiel gebe es jedoch auch einen vagabundierenden Pianisten, der das Verbot zu spielen ganz einfach dadurch umgehe, indem er anfange zu singen und die Menschen dazu auffordere über Soziale Netzwerke zu zeigen, was in Pinima vorgehe. Twitter ist auch der türkischen Regierung derzeit ein Dorn im Auge (mehr hier). Alabora selbst habe, als die Bäume im Gezi Park fielen, zudem einen Tweet versandt. Darin habe er die Leute eingeladen, auf den Taksim Platz zu kommen.

Genau deshalb sei er nun angegangen worden. Unterdessen greift auch die türkische Polizei gerade an diesem Dienstag wieder besonders hart auf dem Taksim Platz durch (mehr hier).

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