Spionageskandal in der Türkei? Geheimdienst will nichts davon wissen

Die weltweite Verkettung von Spionageskandalen und Lauschangriffen hat nun auch die Türkei erreicht. Dem türkischen Journalisten Mehmet Baransu zufolge, sammelt der türkische Geheimdienst (MIT) umfassende Informationen über seine Bürger. Die Infos sollen in einer Verbunddatei gespeichert werden. Doch der MIT weist die Vorwürfe zurück.

„Der türkische Nachrichtendienst (MIT) sammelt umfassende Informationen über seine Bürger. Die Informationen werden in einer Verbunddatei zusammengetragen. Dazu gehören beispielsweise Online-Überwachung und Registrierung von Flugdaten. Vorschulkinder sind nicht ausgenommen von der Überwachung“, so Mehmet Baransu, Journalist der Zeitung TARAF.

Sicherheitspaket und Überwachung

Zudem habe der Nachrichtendienst in Zusammenarbeit mit Ministerpräsident Erdoğan ein Sicherheitspaket entworfen, das an einem noch unbekannten Tag zur „Mitternachtszeit“ verabschiedet werden soll. Durch das Sicherheitspaket werde der Nachrichtendienst weitgehende Befugnisse erlangen. Dazu zählen neben neuen Überwachungsmaßnahmen auch die Legitimierung von „operationellen Aktivitäten“ gegen türkische Bürger. „Mit diesen Maßnahmen hätten wir dann einen totalen Überwachungsstaat“, zitiert das Nachrichtenportal gazeteciler.com Baransu.

Vorwürfe sind „haltlos“

Doch der MIT weist derartige „ungerechtfertigten Vorwürfe“ entschieden zurück. „Der Nachrichtendienst ist darauf Bedacht, seine Aktivitäten auf regionale und globale strategische Problemstellungen zu konzentrieren. Die Behauptung, dass der MIT unzeitgemäße Methoden gegen sein eigenes Volk einsetzt, ist haltlos. Das Ziel jener Vorwürfe ist es, dem MIT einen Imageverlust zuzufügen“, so der MIT in einer offiziellen Mitteilung.

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