Erdoğan-Gegner bereiten sich auf lange Belagerung von Gezi-Park vor

Die OccupyGezi-Aktivisten wollen den Gezi-Park bis auf unabsehbare Zeit nicht räumen. Ziel sei es bis „zum Ende“ durchzuhalten. Unterstützung erhalten sie vor allem von der türkischen Bevölkerung. Doch Ministerpräsident Erdoğan will das Problem so schnell wie möglich aus der Welt schaffen. Er erwägt eine Volksabstimmung über den Gezi-Park abzuhalten.

Die Aktivisten und Unweltschützer der OccupyGezi-Bewegung zeigen sich unnachgiebig und möchten den Gezi-Park unter keinen Umständen räumen. „Sie können uns verjagen. Aber wir werden immer und immer wieder kommen. Wir halten bis zum Ende durch“, sagt ein Aktivist der Solidaritätsgruppe Taksim, die sich aus etwa 127 Organisationen zusammensetzt.

Bevölkerung unterstützt Bewegung

„Ich habe in diesem Park als Kind gespielt und ich möchte, dass es ein Park bleibt. Keine Macht der Welt kann uns von hier vertreiben“, zitiert die FT die Schullehrerin Nazlı. Unter den Aktivisten befinden sich auch zahlreiche türkische Ärzte, die die Menschen im Park unterstützen und medizinisch betreuen.

Großen Beistand erfahren die Mitglieder der OccupyGezi-Bewegung vor allem aus der Bevölkerung. Denn sie versorgen die Aktivisten nicht nur mit Lebensmitteln (mehr hier), sondern trommeln jeden Abend auf Töpfen und Pfannen, um gegen die türkische Regierung zu protestieren, berichtet Akşam.

Volksabstimmung über Gezi-Park

Offenbar versucht der türkische Ministerpräsident Erdoğan die Wogen zu glätten. Nun soll eine Volksabstimmung über die Zukunft des Gezi-Parks abgehalten werden. Alle wahlberechtigten Istanbuler werden an der Abstimmung teilnehmen. Auch die EU zeigt sich versöhnlich (mehr hier).

Dieses „konkrete Ergebnis“ sei aus einem Treffen zwischen Erdoğan und Künstlern, Wissenschaftlern und Publizisten hervorgegangen, zitiert die FAZ den Erdoğan-Vertrauten und AKP-Sprecher, Hüseyin Çelik. Zuvor wurde die Bewegung von Premier Erdoğan als „nicht repräsentativ“ abgestempelt.

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