Verhaftet in den Protestwirren: CBC-Journalisten wieder auf freiem Fuß

Zwei Reporter des kanadischen öffentlich-rechtlichen Senders CBC, die am vergangenen Mittwoch von der Polizei in Istanbul festgenommen wurden, sind wieder frei. Sasa Petricic und Derek Stoffel verbrachten einige Stunden in Gewahrsam. Warum man sie verhaftet hat, ist aber nach wie vor unklar.

CBC Nahost-Korrespondent Petricic hatte am 13. Juni gegen 17.30 Uhr Ortszeit nur ein einziges Wort getwittert: „verhaftet“. Stunden später dann die Erleichterung. Alles sei soweit in Ordnung. Er sei durch den „(buchstäblich) byzantinischen Prozess“ gegangen.

Die kanadische Botschaft in Ankara bestätigte der türkische Zeitun Hürriyet die Verhaftung der beiden Reporter Sasa Petricic und Derek Stoffel. Gleichzeitig habe man gegenüber dem Blatt deutlich gemacht, dass man die Gründe für diese Maßnahme bisher nicht kennen würde. Mit dem türkischen Außenministerium habe man jedoch bereits Kontakt aufgenommen.

Im Zuge des Vorfalls meldete sich auch der türkische Botschafter in Kanada, Tuncay Babali, zu Wort. Noch während beide in Gewahrsam waren, informierte er, dass es beiden gut gehe und man sie bald entlassen werde. Auch der Arbeitgeber CBC habe mit den beiden Kollegen in Kontakt gestanden. Derweil wurden türkische TV-Sender für ihre Berichterstattung abgestraft (mehr hier).

Vor seiner Verhaftung twitterte Petricic rege über die Ereignisse in Istanbul. In zahlreichen Nachrichten schilderte er seine Eindrücke und die Atmosphäre rund um den Taksim Platz. Immer wider gab es dazu auch einschlägiges Bildmaterial. Auch nach seiner Freilassung reißt sein Informationsstrom nicht ab. So seien seine Zellennachbarn, acht junge Türken, wegen völlig „albener“ Dinge eingesperrt worden. Mittlerweile habe er zudem erfahren, dass auf ausländische Journalisten, die täglich über die Ereignisse am Taksim Platz berichten, Druck ausgeübt werde. Dass gerade dem türkischen Premier Twitter ein Dorn im Auge ist, ist längst kein Geheimnis mehr (mehr hier).

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