Künstler-Pech: Zahlreiche Konzerte wegen Protesten abgesagt

Es scheint, als würde die Promidichte in Istanbul in diesem Jahr etwas bescheidener ausfallen. Die seit mehr als zwei Wochen andauernden Proteste bringen die hiesigen Veranstalter in die Zwickmühle. Einige entscheiden sich, ihre Konzerte zu verschieben. Andere sagen Gigs und Begleitveranstaltungen gleich ganz ab.

Hunderte Demonstranten, die im Gezi Park den Klängen eines Pianisten lauschen: Diese Szene ging um die ganze Welt. Der junge Künstler und seine Zuhörer haben in der vergangenen Nacht friedlich ihren Protest zum Ausdruck gebracht. Einige seiner Kollegen haben dieser Tage weniger Glück. Ihre Auftritte wurden auf Grund der andauernden Proteste abgesagt.

Betroffen, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, seien gleich eine ganze Reihe von Konzerten, die eigentlich in diesem Juni in der Millionenstadt Istanbul stattfinden sollten. Auch Megastars der internationalen Musikszene blieben nicht verschont. Unter ihnen befinden sich zum Beispiel Zaz, The National, Bloc Party, The Prodigy, Thirty Seconds to Mars, Sigur Ros oder auch Snoop Dogg. Sie alle sollten im Rahmen des so genannten Vodafone Istanbul Calling auftreten. Ein Musikmarathon, der die Metropole ganze 120 Tage von 1. Mai bis zum 15. August mit unterschiedlichen Sounds erfüllen will. Mehr als zehn internationale Megastars sollten mit dabei sein und nahezu 20 Veranstaltungen mit Leben füllen.

Am vergangenen Mittwoch dann die Ankündigung: Auf Grund der aktuellen Entwicklungen, so heißt es, mussten einige Veranstaltungen abgesagt werden. Darunter eine lange Liste mit Konzerten und Begleitveranstaltungen, auf die sich vermutlich unzählige Fans seit langem gefreut hatten.

Doch nicht nur Vodafone Istanbul Calling muss sein Publikum enttäuschen. Wie ebenfalls am Mittwoch bekannt wurde, wurde angesichts des türkischen Anti-Alkohol-Gesetzes auch das alljährlich stattfindende „Efes Pilsen One Love Festival“ abgesagt, dessen Highlight in diesem Jahr eigentlich die britische Rockband Blur sein sollte (mehr hier).

„Nur“ verschoben wurde hingegen das Avea Escape Music Festival. Ein neuer Termin soll, so die Hürriyet, schon bald bekannt gegeben werden. Geplant sind hier Auftritte etwa von den New York Dolls, den Citizens und den Wanton Bishops.

In jüngster Vergangenheit hat sich gerade Istanbul immer mehr zum Hotspot für die internationalen Stars entwickelt. Die Promidichte 2012 war beachtlich und riss auch im ersten Halbjahr 2013 nicht ab (mehr hier): Rihanna, Justin Bieber, David Guetta, PSY und, und, und.

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