UN: Unruhen in Syrien fordern mindestens 93.000 Menschenleben

Die seit März 2011 andauernden Unruhen in Syrien haben bis Ende April 2013 mindestens 93.000 Menschen das Leben gekostet. Das gaben die Vereinten Nationen bekannt. Die tatsächliche Zahl könnte aber noch weitaus höher liegen. Sorge bereitet vor allem die Situation der Kinder.

Seit vergangenen Juli wurden im türkischen Nachbarstaat Syrien jeden Monat durchschnittlich 5000 Menschen getötet. Seit November 2012 verzeichnen die Regionen Damaskus und die Millionenstadt Aleppo die höchsten Todesraten. Das geht aus einer aktuellen Zusammenstellung des Menschenrechtsbüro der Weltorganisation über dokumentierte Todesfälle in Syrien hervor.

„Die extrem hohen monatlichen Totenzahlen sind Ausdruck der drastischen Verschärfung des Bürgerkriegs“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters die UN-Menschenrechtsbeauftragte Navi Pillay an diesem Donnerstag in Genf. Demnach gebe es gut dokumentierte Fälle von Folter und Tötung von Kindern sowie von Massakern an ganzen Familien einschließlich Säuglingen. Das sei eine schreckliche Erinnerung, wie teuflisch dieser Konflikt geworden sei, so Pillay. Ihren Angaben zufolge sollen unter den Todesopfern mindestens 6500 Kinder sein (mehr hier). Sie forderte von den Konfliktparteien eine „sofortige Waffenruhe“, um das Blutvergießen zu stoppen. Bereits am Tag zuvor stellte ein Bericht von UN-Generalsekretär Ban Ki-moon heraus, dass sowohl Regierungstruppen als auch Rebellen Minderjährige in den Kampf schicken würden. Um Informationen und Geständnisse zu erhalten, würden die syrischen Streitkräfte Jugendliche sogar foltern.

Erst Mitte Mai dieses Jahres hatte die UN die Zahl der Opfer des Syrien-Konflikts mit rund 80.000 angegeben. Die aktuellen Zahlen, so Reuters weiter, beruhten auf ingesamt acht Quellen. Unter anderem wurden Angaben der syrischen Regierung, aber auch Daten von der der Opposition nahe stehenden Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London berücksichtigt.

Die UN-Liste enthält nur Opfer, deren Namen sowie Datum und Ort des Todes bekannt sind. Ein Ende des Bürgerkriegs scheint unterdessen nicht in Sicht (mehr hier).

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