Rache für türkische TV-Sender: Anonymous hackt Seite von RTÜK

Das globale Hacker-Kollektiv Anonymous soll die Website des Obersten Rates für Hörfunk und Fernsehen in der Türkei (RTÜK) gehackt haben. Grund der Attacke sind die Strafen mit denen die TV-Aufsicht insgesamt vier türkische Sender wegen ihrer Berichterstattung über die Proteste belegt hatte.

Anonymous, so berichtet derzeit die türkische Zeitung Hürriyet, habe sein Vorhaben am vergangenen Mittwoch mit dem Titel „Tango Down RTÜK“ via Twitter angekündigt. Dort informierte das Hacker-Kollektiv wie folgt: „Ihr habt die Medienanstalten, die die Wahrheit sagen, zu einer Geldstrafe verurteilt. Jetzt bestraft Euch Anonymous.“ Diejenigen, die die Wahrheit sprächen, so heißt es unter Bezugnahme auf ein türkisches Sprichwort weiter, werdet ihr nicht aus den neun Dörfern vertreiben. Darüber hinaus bekundete Anonymous erneut seine Solidarität mit den Demonstranten in einer eigens veröffentlichten Erklärung, in der sie noch einmal auf die Hintergründe der Proteste eingehen.

Vier türkische Sender müssen 1000 Euro zahlen

Ebenfalls am vergangenen Mittwoch wurde bekannt, dass der Oberste Rat für Hörfunk und Fernsehen in der Türkei (RTÜK) gleich vier türkische TV-Sender für ihre Berichterstattung über die seit 15 Tagen andauernden Proteste abgestraft hat. Mit jeweils 1000 Euro Strafe belegt wurden Halk TV, Ulusal TV, Cem TV und EM TV. Der Vorwurf von Seiten der TV-Aufsicht: Die Sender hätten gegen die Sendeprinzipien verstoßen und mit ihrem Programm „die geistige und moralische Entwicklung junger Menschen gefährdet“ (mehr hier).

Anonymous: Solidarität mit den Demonstranten

Erst Anfang Juni hatte die international bekannte Hackergruppe Anonymous Partei für die Demonstranten in der Türkei ergriffen. Erdoğan, so die Meinung der Aktivisten, sei zu weit gegangen. Deshalb werde Anonymous die Internetseiten der türkischen Regierung hacken, so die YouTube-Ankündigung damals. Die türkische Regierung versuche durch ihre Zensurpolitik die Verbrechen gegen ihr eigenes Volk zu vertuschen. Tausende seien verhaftet worden. Anonymous sei schockiert über die Auswüchse der Polizeigewalt (mehr hier).

Derzeit ist die Seite von RTÜK wieder erreichbar.

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