Zum Bersten ausgelastet: Mehr als 200.000 syrische Flüchtlinge in der Türkei

Die Zahl der syrischen Flüchtlinge, die Zuflucht in der Türkei suchen, hat mittlweile die Schwelle von 200.000 Menschen überschritten. Das gab das türkische Katastrophenschutzministerium (AFAD) bekannt. Im vergangenen Jahr sah Außenminister Ahmet Davutoğlu die Aufnahmegrenze der Türkei noch bei 100.000.

„Aktuell bietet die Türkei Zuflucht für 200.091 Syrer, die aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs aus ihrer Heimat geflohen sind“, so das türkische Katastrophenschutzministerium (AFAD) in einer am vergangenen Donnerstag abgegebenen Erklärung.

Noch im vergangenen Jahr warnte der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu, dass die Türkei nicht mehr als 100.000 Flüchtlinge aus dem Nachbarland stemmen könnte. Um die Flut einzudämmen, forderte er damals die Errichtung einer Sicherheitszone auf syrischem Boden (mehr hier).  „Wenn die Zahl der Flüchtlinge auf 100.000 steigt, dann werden wir nicht mehr in der Lage sein, ihnen Schutz zu bieten. Wir müssen sie auf syrischem Gebiet [unter der Schirmherrschaft der UNO] versorgen“, zitiert die Hürriyet, den Minister.

Anders schätzte der Präsident des türkischen Roten Halbmondes, Ahmet Lüfti Akar, die Lage im August vergangenen Jahres ein. Obschon auch die UN zu jener Zeit warnte, dass die Zahl der Flüchtlinge bald die 200.000 erreichen könnte, sah man sich bei der Hilfsorganisation für den Ansturm gewappnet (mehr hier).

In der Tat habe die Türkei in den vergangenen zwei Jahren mehr als 320.000 Syrern alle Arten von humanitärer Hilfe zukommen lassen, so nun auch das Katastrophenschutzministerium. Daneben hätte man sich um die humanitären Bedürfnisse von 290.000 Syrern, die in verschiedenen Städten in der Türkei außerhalb der Flüchtlingslager lebten, gesorgt.

Insgesamt gibt es derzeit 14 Zeltstädte in Hatay, Şanlıurfa, Gaziantep, Kahramanmaraş, Osmaniye, Adıyaman und Adana. Daneben stellt die Türkei fünf Containerlager in Kilis, Şanlıurfa, Malatya und Gaziantep bereit. Schon im vergangenen Jahr gab es Berichte, wonach der nicht abreißende Strom syrischer Flüchtlinge die türkischen Kapazitäten an ihre Grenzen treiben würden. So wurden etwa aus Antakya massive Engpässe bei der Gesundheitsversorgung gemeldet (mehr hier). Nach Angaben der UN haben die Unruhen bisher mehr als 93.000 Menschenleben gefordert.

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