Weltbank: Der Boom in der Türkei ist vorbei

Die türkische Wirtschafts schwächelt. Während das Wirtschaftswachstum im Jahr 2011 noch bei 8,8 Prozent lag, prognostiziert die Weltbank für 2013 ein Wachstum in Höhe von 3,6 Prozent. Damit liegt die Türkei über dem Weltdurchschnitt. Doch nach einem wirtschaftlichen Höhenflug droht nun eine Talfahrt.

Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für die Türkei für das Jahr 2014 von 4,0 Prozent auf 3,6 Prozent herabgesenkt. 2011 lag das Wirtschaftswachstum noch bei 8,8 Prozent. 2012 erfuhr es dann einen tiefen Fall auf 2,2 Prozent. Dabei reiht sich die Türkei in den globalen Trend ein, denn für die Weltwirtschaft wird für 2013 nur noch ein Wachstum von 2,2 Prozent erwartet. Das geht aus der aktuellen Weltbank-Studie „Global Economic Prospects“ hervor. Doch das kommende Jahr soll die türkische Wirtschaft erneut um 4,5 Prozent wachsen.

Handelsbilanzdefizit

Der türkische Wirtschaftsjournalist Mustafa Sönmez versucht Erklärungen für die schwächelnde türkische Wirtschaft zu finden. Reales Wachstum finde nicht im Export, sondern auf dem heimischen Markt statt. Die Importe liegen deutlich über den Ausfuhren. Und selbst die Exporte seien sehr auf die Importe angewiesen. Das führe zu einem Defizit in der Handelsbilanz (mehr hier).

Die Wirtschaft schrumpfe (oder verliert ihre Größe in kommerzieller Hinsicht) und bücke sich. Da das Wachstum auf ausländischen Ressourcen basiere, brächen die Knochen, sobald sich ausländische Fonds zurückziehen.

Fachkräftemangel

Auch der derzeitige Fachkräftemangel in der Türkei wirkt sich negativ auf das türkische Wirtschaftswachstum aus, berichtete die Weltbank im vergangenen Mai. Der durchschnittlich niedrige Bildungsstand bremse die Produktivität des Landes (mehr hier).

Dieser Problematik ist sich auch der türkische Arbeitsminister Faruk Çelik bewusst. „Zum einen versuchen wir einheimische talentierte Arbeitskräfte in möglichst gute Positionen zu bringen und zum anderen möchten wir ausländische Fachkräfte ins Land ziehen“, zitiert die Today`s Zaman den Arbeitsminister.

Mehr zum Thema:

OECD „Better Life Index“: Lebensqualität in der Türkei am schlechtesten
Drei Deutsche werben für die Türkei: Ole von Beust, Rezzo Schlauch und Wolf-Ruthart Born
Weltbank: Die Türkei muss Wirtschaftsreformen schneller durchsetzen

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.