Syrische Flüchtlinge in der Türkei: Ob sie jemals heimkehren ist ungewiss

Insgesamt 200.000 Flüchtlinge haben in der Türkei Zuflucht vor dem syrischen Bürgerkrieg gefunden. Viele von ihnen hatten damit gerechnet, dass Assad bald gestürzt werde und sie zurückkehren können. Doch je länger der Krieg dauert, desto unwahrscheinlicher wird dieses Vorhaben.

Die Zukunft der syrischen Flüchtlinge in der Türkei ist ungewiss. Viele von ihnen leben außerhalb der Flüchtlingscamps und bauen sich in der Türkei ein neues Leben auf. Die weniger wohlbetuchten Syrer in den Camps haben mit größeren Problemen zu kämpfen. „Aktuell bietet die Türkei Zuflucht für 200.091 Syrer, die aufgrund des anhaltenden Bürgerkriegs aus ihrer Heimat geflohen sind“, so das türkische Katastrophenschutzministerium (AFAD) am vergangenen Donnerstag (mehr hier).

Eine von ihnen ist Leila Bitar. Bitar ist Sunnitin und gehört zu den 1350 Flüchtlingen im Camp von Altıntozu. Ihr 30-jähriger Sohn war Mitglied in der Freien Syrischen Armee und wurde bei den Kämpfen um Latakia getötet. Zwei weitere ihrer übriggebliebenen Söhne sind ebenfalls an den Kämpfen gegen Assad beteiligt. Sie kommen alle zwei Wochen in das Camp, um sich für einige Tage zu erholen, berichtet The Economist.

Assad-Sturz nach 3 Monaten? Hoffnung längst begraben

In der Vergangenheit habe es in den Camps in regelmäßigen Abständen Anti-Assad Proteste gegeben. Doch die Menschen befänden sich längst in einer Phase, wo die Strapazen des Alltagsleben die Oberhand gewonnen haben. Doch der Anti-Assad Enthusiasmus sei noch vorhanden.

Zu Beginn des Krieges hätten sich die Flüchtlinge darauf eingerichtet, dass Assad in spätestens drei Monaten gestürzt werde. Anschließend sollten sie zurückkehren. So sei jedenfalls der Plan gewesen. Doch seit 2011 sind bisher 200 Kinder im Camp von Altıntozu zur Welt gekommen. Keine wisse wann und ob sie in ihre Heimat zurückgehen werden. Zudem hat der Syrien-Konflikt bisher 93.000 Menschen das Leben gekostet (mehr hier).

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