ADAC: Türkei-Reisende müssen Situation genau beobachten

Türkei-Reisende müssen damit rechnen, dass ihre geplanten Ausflugsprogramme und Rundreisen durch die andauernden Proteste im Land in Mitleidenschaft gezogen werden. Auch ein Übergreifen der Unruhen auf die Touristenhochburgen scheint möglich. Wer seinen Urlaub nun aber lieber an anderer Stelle verbringen möchte, muss sich genau erkundigen.

Bereits zum zweiten Mal im Zuge der türkischen Proteste hat sich an diesem Montag der Allgemeine Deutsche Automobil-Club e. V. (ADAC) zu Wort gemeldet. Nach wie vor bezeichnet er die Lage in der Türkei als „explosiv“ und schließt nicht aus, dass die bisher verschonten Touristenhochburgen an der Ägäis und der Mittelmeer-Küste bei Antalya von den Gewaltexzessen betroffen werden könnten. (mehr hier).

Türkei-Urlauber: Beeinträchtigung des Programms

In diesem Zusammenhang weist der ADAC auch auf Einschränkungen hin, mit denen Türkei-Reisende, die sich jetzt auf den Weg in die Ferien machen, konfrontiert werden könnten:

„Touristen müssen damit rechnen, dass Rundreisen und Ausflugsprogramme nicht wie geplant durchgeführt werden können. Einige Veranstalter haben mitgeteilt, dass sie die Situation sehr genau beobachten und gegebenenfalls Konsequenzen ziehen. Wer aus Angst vor der weiteren Entwicklung seinen bereits gebuchten Türkei-Urlaub nicht mehr antreten will, sollte sich bei seinem Reiseveranstalter nach den rechtlichen Möglichkeiten erkundigen.“

Nach wie vor mahnt auch das Auswärtige Amt die deutschen Bürger zur Vorsicht. Bereits seit gut zwei Wochen wird Reisenden geraten, sich von Demonstrationen und Menschenansammlungen fernzuhalten und Vorsicht walten zu lassen. Darüber hinaus wird jetzt auf mögliche Verkehrsbehinderungen rund um Demonstrationen hingewiesen. Auch die jüngsten Entwicklungen des Wochenanfangs haben die Behörden im Blick (mehr hier). Hierzu heißt es: „Weitere Auswirkungen auf das öffentliche Leben sind möglich, da für den 17. Juni einige Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufgerufen haben. Die Medienberichterstattung sollte aufmerksam verfolgt werden.“

Kostenlose Reisekündigung nur bei „höherer Gewalt“

Bereits am kommeden Mittwoch beginnen in Berlin die Sommerferien. In den darauffolgenden Tagen schließen sich Hamburg, Brandenburg und auch Mecklenburg-Vorpommern an. Wer bereits eine Reise in die Türkei gebucht hat und nun Zweifel bekommt, für den sieht die Sache allerdings nicht ganz so einfach aus. Denn eine völlig kostenfreie Kündigung des Reisevertrags, so der ADAC, sei nur möglich, wenn ein Fall von „höherer Gewalt“, also ein ungewöhnliches und unvorhersehbares Ereigniss auf das kein Einfluss möglich ist, vorläge.

Für ein Kündigungsrecht, heißt es weiter, müsse hinzukommen, dass die Reise durch dieses Ereignis vermutlich wesentlich erschwert, erheblich beeinträchtigt oder zu einem unzumutbaren Sicherheitsrisiko werde. „Höhere Gewalt“ liege nach Ansicht der Gerichte zum Beispiel vor, wenn das Auswärtige Amt vor der Einreise in ein bestimmtes Land warne. Das sei aber bislang nicht der Fall.

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