Widerstand gegen neue Ausländerreglung der TFF: Galatasaray-Spieler wollen vor Europäischen Gerichtshof ziehen

Die Einschränkungen für ausländische Fußballspieler in der Türkei nehmen weiter zu. Wie die TFF(Türkische Fußball Föderation) am Dienstagabend bekannt gab, wird die Reglung für die neue Saison 6+0+4 heißen. Viele ausländische Spieler mit europäischen Pässen wollen nun vor dem Europäischen Gerichtshof klagen.

Vergangene Saison konnten die Vereine der türkischen Süper Lig sechs Ausländer auf dem Platz spielen lassen und zwei Spieler als Ersatz auf der Bank sitzen. Dazu konnten noch zwei weitere Spieler auf der Tribüne Platz nehmen. Doch für die kommende Saison wurde die Reglung von 6+2+2 auf 6+0+4 heruntergesetzt. Somit kann ein Verein zwar immer noch mit zehn ausländischen Spielern Verträge abschließen, aber von diesen nur sechs mit ins Feld nehmen.

Diese Entscheidung seitens der TFF brachte viele Proteste mit sich. Vor allem der Präsident von Galatasaray regte sich über die neue Ausländerreglung auf. „Mit dieser Entscheidung legt man dem türkischen Fußball Steine in den Weg und der Erfolg im europäischem Fußball wird dadurch immer schwerer“, sagte Ünal Aysal kurz nach der Bekanntgabe der Entscheidung. Des Weiteren übte der Vereinspräsident auch großen Druck auf die TFF aus: „Entweder werden die Entscheidungen geändert oder die Leute, die diese Entscheidungen getroffen haben werden sich ändern“, fügte er hinzu.

Jetzt bleibt nur noch der Platz auf der Tribüne

Die Konsequenz: Nun wollen die ausländischen Spieler von Galatasaray, die alle einen europäischen Pass besitzen, vor den Europäischen Gerichtshof ziehen und dort ihr Recht einklagen. Aufgrund der geänderten Ausländerreglung fühlen sich die Spieler in ihren Arbeitsverhältnissen eingeschränkt. Denn vergangene Saison konnte das Team acht ausländische Spieler in den 18-Mann-Kader für ein Spiel mitnehmen, jetzt nur noch 6. Was nun für viele Spieler bedeutet, dass sie noch weniger Spielchancen bekommen und gezwungen sind das Spiel von der Tribüne aus zu verfolgen.

Die Türkei ist im europäischen Fußball die einzige Nation, die diese begrenzte Ausländerreglung durchführt. Die führenden Länder im europäischen Fußball wie Deutschland und Spanien haben beide keine Ausländerreglung. In einigen Ländern wird die Ausländerreglung mit dem EU-Pass geregelt. Jeder Spieler mit einem EU-Pass wird nicht als Ausländer gewertet. Deshalb haben auch viele nicht-europäische Spieler einen zweiten EU-Pass. Ebenso wie alle ausländischen Galatasaray Spieler, die genau deshalb vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Fenerbahçe als einziger Club für Reduzierung

Die Idee, dass Spieler mit europäischen Pässen nicht als Ausländer gezählt werden, schlug auch Galatasaray CEO Lütfi Aribogan vor. Doch sein Vorschlag traf auf taube Ohren. Selbst die 18-köpfige Liga-Vereinigung der türkischen Liga, bei der von jeder Mannschaft ein Vertreter vorhanden ist, hatte sich gegen die Reduzierung der Ausländerreglung ausgesprochen. Dennoch entschied die TFF die neue reduzierte Form der Ausländerreglung einzuführen. Die einzige Mannschaft in der Türkei, die sich für die Reduzierung des Ausländerkontingents ausgesprochen hat ist Fenerbahçe.

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