EU-Beitritt der Türkei: Ankara droht mit Stopp der Verhandlungen

Die Aussichten auf einen EU-Beitritt der Türkei verschlechtern sich. Doch Ankara scheint dies nicht zu stören. Türkische Diplomaten und Politiker können sich auch eine Zukunft ohne die EU vorstellen.

In Brüssel wollen die Botschafter der EU-Länder am kommenden Mittwoch darüber beraten, ob in den 2005 gestarteten Beitrittsverhandlungen mit der Türkei das EU-Kapitel zur Regionalpolitik eröffnet werden soll. Insbesondere Deutschland und die Niederlande stemmen sich gegen die anstehende Eröffnung des Kapitels.

„Wenn sie das nächste Kapitel nicht angehen, dann werden unsere Beziehungen mit der EU auf den Stand von 1997 zurückfallen. Das Verhältnis zwischen der Türkei und der EU sollte ohnehin eine rein wirtschaftliche Grundlage haben. Außenpolitische Absprachen mit uns können sie ohnehin vergessen“, zitiert die Hürriyet einen türkischen Diplomaten.

Ankara blockt ab, Roth lädt Erdoğan ein

Zuvor hatte das EU-Parlament das gewaltsame Vorgehen der Türkei gegen die Gezi-Park-Demonstranten in einer Resolution scharf kritisiert. Es wurden nun gleich mehrere bilaterale Treffen abgesagt. Ausgegangen war die Stornierungswelle vom türkischen Justizminister Sadullah Ergin, der eigentlich Vertreter der EU-Kommission und als auch des Europäischen Parlaments treffen wollte (mehr hier).

Doch Claudia Roth ist trotz ihrer Kritik an der türkischen Regierung an einem EU-Beitritt interessiert. Die Tür für die Türkei müsse weiterhin offen bleiben. „Wir unterstützen die Öffnung neuer Kapitel mit der Türkei. Wir rufen Herrn Erdoğan auf, zu kommen und mit uns zu verhandeln“, so Roth (mehr hier).

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