Istanbuls „Großer Basar“: Proteste ziehen historische Stätte in Mitleidenschaft

Istanbuls Großer Basar (Kapalı Çarşı) gilt als eine der Touristenattraktionen schlechthin. Doch ein Jahr nach den Dreharbeiten zum akutellen James Bond-Streifen machen die seit fast vier Wochen andauernden Proteste in der Stadt dem historischen Viertel schwer zu schaffen.

Angesichts der schweren Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten stornieren jedoch immer mehr Urlauber ihre Hotelreservierungen. Die Geschäfte laufen schlecht.

„Die Auslastung des Großen Basars liegt derzeit bei 30 Prozent“, so Hasan Fırat, Präsident der Handwerker-Vereinigung des Großen Basars. Rund 90 Prozent der Kunden seien Ausländer, die aktuellen Stornierungen hätten deshalb direkte Auswirkungen auf die Umsätze der Ladenbesitzer (mehr hier).

„Die Touristen möchten Frieden“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Fırat. Selbst wenn die Proteste heute beendet wären, würden die Touristen nun für gut einen Monat fernbleiben. „Wir wollen jedoch keine Geschäfte schließen. Deshalb kalkulieren wir so, als ob die Situation sich noch einen Monat hinziehen würde.“ Auch der ADAC rät, die Lage genau zu beobachten (mehr hier). Die Leute vom Basar hätten sich bisher, anders als von einigen Medien berichtet, nicht in die Proteste eingemischt. Hier wolle man, dass diese endlich beendet würden.

Fast 60 Prozent der Hotelreservierungen storniert

Unterdessen hat sich auch die türkische Hotel- und Gaststättenvereinigung (TUROB) zu Wort gemeldet. Ihre Sorge gilt den Beschäftigungszahlen, die zurückgehen würden, wenn die Proteste noch länger andauern würden. Die TUROB erwartet, dass die Entlassungen zunehmen und die Neueinstellungen im Tourismussektor zurückgehen werden. Betroffen wären demnach mehr als 50 Branchen. Nach Angaben der Vereinigung erlebe man gerade einer der schlechtesten Zeiten. Fast 60 Prozent der Hotelreservierungen seien auf Grund der Proteste storniert worden. Betroffen seien auch viele nationale und internationale Kongresse, Messen und Veranstaltungen.

Andere Städte, so die Hürriyet, sollen noch nicht derart stark betroffen sein. Doch auch andernorts würde die Nachfrage bereits zurückgehen.

Mehr zum Thema:

Proteste in der Türkei: Opposition hat Massen nicht für sich gewinnen können
Stellvertretender Premier Arınç: Keine Einwände gegen „Standing Man“-Proteste
„Taksim ist überall“: Schwere Proteste in Eskişehir während der ganzen Nacht

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.