Vertrauensverlust: Gezi-Park Proteste schrecken Investoren ab

Türkische Staatsbürger haben 130 Milliarden US-Dollar im Ausland angelegt. Die AKP-Regierung hat im Gegenzug erst kürzlich ein Gesetz verabschiedet, um wieder Geld ins Land zu ziehen. Doch die potentiellen Anleger fühlen sich abgeschreckt von den landesweiten Protesten in der Türkei.

Die landesweiten Proteste in der Türkei haben eine Reihe von türkischen und ausländischen Investoren sowie Inhabern von Spareinlagen verunsichert. So haben beispielsweise türkische Staatsbürger etwa 130 Milliarden US-Dollar im Ausland angelegt. Und dort soll das Geld aus Sicht jener Anleger auch weiterhin bleiben.

Rückführung von Finanzmitteln

Das türkische Parlament hatte erst im vergangenen Mai ein Gesetz verabschiedet, welches eine Rückführung aller finanziellen Finanzmittel bezwecken sollte. Der Liquiditätstransfer sollte komplett steuerfrei durchgeführt werden. Auch das türkische Finanzamt hatte versichert, dass keinerlei Prüfungen unternommen werden sollen, berichtet die Hürriyet.

Ein derartiges Programm wurde von der türkischen Regierung zwischen 2008 und 2009 erstmalig ins Leben gerufen, um den negativen Auswirkungen der globalen Finanzkrise zu begegnen. Damals flossen etwa 26,5 Milliarden US-Dollar in die Türkei zurück. Der US-Ökonom Daron Acemoğlu hatte zuvor gesagt, dass positive Signale seitens der AKP-Regierung Investoren die Verunsicherung nehmen könnten (mehr hier).

In der Zwischenzeit wurden Anklagen gegen fünf von insgesamt 20 Personen des Beşiktaş-Fan-Clubs „Çarşı“ erhoben. Sie sollen nach dem Anti-Terror-Gesetz abgestraft werden, berichtet Milliyet. Sieben von ihnen befinden sich noch in Untersuchungshaft. Die restlichen acht wurden freigelassen. „Çarşı“ war maßgeblich an den regierungskritischen Protesten beteiligt.

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