Gezi Park Proteste: Istanbuler Hoteliers verzeichnen rund 55 Millionen Euro Verlust

Die türkische Hotel- und Gaststättenvereinigung (TUROB) hat die Umsatzseinbußen für das Gastgewerbe in Istanbul nun mit 54,7 Millionen Euro angegeben. Seit Beginn der Proteste wurden nahezu 216.000 Übernachtungen storniert. Die Auswirkungen der Auseinandersetzungen auf das Buchungsverhalten scheinen längerfristig. Die Deutschen geben sich bisher allerdings noch relativ gelassen.

Nahezu seit Beginn der Proteste in der Türkei gibt es Mahnungen an ausländische Bürger, bei einem Besuch des Landes Vorsicht walten zu lassen. Sowohl der ADAC als auch das Auswärtige Amt hatten sich eingeschaltet. Selbst hiesige Hoteliers rieten ihren Gästen zum Umbuchen (mehr hier). Jetzt, gut vier Wochen nach Beginn der Proteste hat die türkische Hotel- und Gaststättenvereinigung (TUROB) Zahlen zu den entstandenen wirtschaftlichen Einbußen vorgelegt. Demnach verzeichneten die Istanbuler Hoteliers einen Umsatzeinbruch von fast 50 Millionen Euro.

Massive Verluste vor allem auf europäischer Seite

Nach Angaben der TUROB seien in der Zeit vom 31. Mai bis zum 17. Juni dieses Jahres 215.862 Reservierungen gestrichen worden. Zusammengetragen wurden die Daten von 298 Istanbuler Hotels. Unterteilt wurde die Millionenstadt in drei Gebiete: 113 Hotels in der Taksim-Beyoğlu-Şişli-Beşiktaş Region (europäische Seite) erlitten auf Grund von 181.737 Stornierungen 51,3 Millionen Euro Verlust. 150 Hotels in der Fatih-Atatürk Flughafen Region (europäische Seite) waren mit 18.582 Stornierungen konfrontiert, was zu Einbußen in Höhe von 2,7 Millionen Euro führte. Dazu kommen 35 Hotels auf der asiatischen Seite, die auf Grund von 4.426 Stornierungen 598.300 weniger Umsatz verzeichneten. Insgesamt hätten die Proteste den Istanbuler Hoteliers damit 54,7 Millionen Euro gekostet. Doch ausgestanden ist das Ganze noch nicht. Auch die Anfragen für zukünftige Buchungen, sind nach Angaben der TUROB im Schnitt um gut 55 Prozent zurückgegangen.

Hoteliers müssen verstärkt Öffentlichkeitsarbeit leisten

Die Sorge der TUROB gilt nun auch den den Beschäftigungszahlen, die zurückgehen würden, wenn die Proteste noch länger andauerten. Die Vereinigung erwartet, dass die Entlassungen zunehmen und die Neueinstellungen im Tourismussektor zurückgehen werden. Betroffen wären demnach mehr als 50 Branchen (mehr hier).

Jetzt heißt es gegensteuern: Der Tourismussektor müsse entsprechende Öffentlichkeitsarbeit leisten und die Gäste darüber informieren, dass diese Vorfälle „gewöhnliche Volksbewegungen“ waren und nun vorüber seien. Die Atmosphäre in Istanbul werde nun wieder ruhiger werden, so TUROB-Präsident Timur Bayındır in einem Telefoninterview mit der türkischen Zeitung Hürriyet.

Deutsche fragen nach, stornieren aber nicht

In Deutschland scheinen die Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Polizei die Urlauber und Reiseanbieter allerdings weniger zu schrecken. Wie das Portal Der Westen berichtet, wäre die Nachfrage vor allem für die türkischen Badeorte nach wie vor groß. Dass Istanbul derzeit nicht so gefragt ist, wird eher mit den Temperaturen, denn mit den Protesten begründet. Solange die Badeorte nicht betroffen seien, glauben die Befragten, würden die Menschen auch weiterhin in die Türkei reisen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommt auch eine Befragungdurch den Volksfreund und der Gießener Anzeiger.

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