Salafismus​-Vorwurf: Streit zwischen Mainzer CDU und Arab Nil Verein eskaliert

Der Salafismus-Streit zwischen der CDU Mainz und dem Arab Nil-Rhein Verein eskaliert weiter. Ausgangspunkt des Streits war der Auftritt eines weltbekannten, aber umstrittenen saudischen Predigers in den Räumlichkeiten des Vereins.

Der Auftritt des weltweit umstrittenen saudischen Predigers Mohammed Al-Arifi in den Räumen des Mainzer Arab Nil-Rhein Vereins hatte zwischen den Vereinsfunktionären des Arab Nil Vereins und der Mainzer CDU zu einem Streit geführt.

Gegen Juden, Schiiten und Homosexuelle

Der wahhabitische Prediger Al-Arifi ist in der salafistischen Szene sehr populär. Er ruft zum „Dschihad“ in Syrien auf und bezeichnet Juden als „Enkel der Affen und Schweine“. Zudem richtet er sich in seinen Reden gegen Schiiten und Homosexuelle. Das geht aus einem Bericht des Verfassungsschutz Baden-Württemberg hervor.

„Wir können überhaupt nicht nachvollziehen, dass ein Mann, der in seinen Reden gegen Homosexuelle hetzt und von der Gleichberechtigung der Geschlechter nichts wissen will, bei einem Mainzer Moscheeverein auftreten darf (…) Wir erwarten, dass der Verein uns lückenlos und ohne beschönigende Worte über den Vorfall aufklärt (…)“, erklärten der CDU-Fraktionsvorsitzende Hannsgeorg Schönig, der CDU-Kreisvorsitzende Wolfgang Reichel und die CDU-Bundestagskandidatin Ursula Groden-Kranich in einer Mitteilung.

Die Fronten verhärten sich

Der Vorsitzende des Arab Nil Vereins Dr. Abdullatif Hussein hatte anschließend in einem offenen Brief gesagt, dass ihm die Gesamtheit der Ansichten des Predigers nicht bekannt gewesen sei. „Wir haben es leider versäumt, diese näher zu recherchieren“, so Hussein.

Einen Schlichtungsvorschlag der Schura Rheinland-Pfalz hatte die Mainzer CDU abgelehnt. Der Arab-Nil-Verein müsse sich erst für Beleidigungen gegen den CDU-Fraktionschef im Mainzer Stadtrat, Hannsgeorg Schönig, entschuldigen. Hussein soll als Reaktion auf die CDU-Kritik  und unter dem Eindruck eines späteren Anschlags auf die Vereinsräume, Schönig als „Hassprediger“ bezeichnet haben, berichtet die Allgemeine Zeitung.

Zudem rief Abdullatif Hussein alle Muslime in Deutschland dazu auf, die CDU bei den anstehenden Bundestagswahlen zu boykottieren.  „Die CDU muss wissen, dass wir auch Wähler sind“, so Hussein.

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