Lehre aus den Protesten: Stadt Istanbul will Bürger stärker einbeziehen

Der Istanbuler Bürgermeister Kadir Topbaş hat offenbar seine eigenen Konsequenzen aus den seit rund vier Wochen andauernden Protesten gezogen. Demnach wolle er die Bürgerinnen und Bürger künftig intensiv miteinbeziehen. Selbst, wenn es nur um die Verlegung einer Bushaltestelle gehen sollte.

Am vergangenen Donnerstag signalisierte der Istanbuler Bürgermeister Kadir Topbaş im türkischen TV, dass er verstanden habe, worum es den Demonstranten nicht nur auf dem Taksim Platz unter anderem gehe. Er kündigte an, dass man in Zukunft „die Öffentlichkeit befragen wird, auch wenn wir den Ort einer Bushaltestelle ändern“.

Darüber hinaus bestätigte das Stadtoberhaupt, dass zwischenzeitlich sieben städtische Mitarbeiter aus ihren Ämtern entfernt worden seien. Ihnen wurde vorgeworfen, am 30. Mai am Abbrennen von Zelten im Gezi Park beteiligt gewesen zu sein. Ein Vorgang, der schließlich zu den landesweiten Protesten führte. Topbaş wies jedoch darauf hin, dass die internen Untersuchungen weiter gehen würden. Denn: Eine solche Anweisung, Zelte in Brand zu setzen, hätte es nicht gegeben.

Bereits zu Beginn der Proteste äußerte sich Topbaş besorgt über die Ereignisse in der Stadt und das Vorgehen der Polizei (mehr hier). Jetzt sicherte er zu, dassdie  Gemeinde fortan versuchen würde, die Menschen in den betroffenen Gebieten zu konsultieren, falls es neue Pläne gebe, so die türkische Zeitung Hürriyet.

Die durch die Proteste entstandenen Schäden schätzt der Bürgermeister derzeit auf 60 Millionen Türkische Lira, 23,46 Millionen Euro. Gut 118 öffentliche Busse und 15 Feuerwehrautos seien in dieser Zeit zerstört worden. Im Gezi Park wolle man nun 129 weiter Bäume pflanzen.

Topbaş ließ auch durchblicken, dass er sich durchaus eine weitere Amtszeit vorstellen könnte. Ob er im März 2014 erneut antrete, hänge jedoch von Recep Tayyip Erdoğan ab. Er jedenfalls würde bis 2016 gerne noch eine ganze Reihe von großen Projekten umsetzen, gerade im Transportwesen.

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