Alkoholpreise in der Türkei: Bürger zahlen doppelt so viel wie im europäischen Durchschnitt

Bereits seit geraumer Zeit ist das Thema Alkohol zum türkischen Politikum avanciert. Jüngste Restriktionen hinsichtlich Konsum und Verkauf erhitzten die Gemüter. Dabei werden die Bürger nicht nur juristisch reglementiert. Wie das Türkische Statistik Institut (TÜİK) mitteilt, muss in der Türkei doppelt so tief für Alkohol in die Tasche gegriffen werden wie im europäischen Durchschnitt.

205 Prozent mehr für einen Drink: Türkische Verbraucher müssen doppelt so tief in die Tasche greifen wie Europäer. (Foto: Flickr/ Justin Hee)

205 Prozent mehr für einen Drink: Türkische Verbraucher müssen doppelt so tief in die Tasche greifen wie Europäer. (Foto: Flickr/ Justin Hee)

Die türkischen Verbraucher zahlen für Alkohol mehr als doppelt so viel als Kunden in Ländern der Europäischen Union. Auf der anderen Seite sind die Preise für Lebensmittel in der Türkei fast durchgängig niedriger. Das zeigt eine aktuelle Untersuchung des Türkischen Statistik Instituts (TÜİK). Die am 21. Juni von TÜİK veröffentlichten Zahlen zeigen, dass der durchschnittliche Preis für ein alkoholisches Getränk in der Türkei gut 205 Prozent mehr als im europäischen Durchschnitt beträgt.

Zu den für den Vergleich herangezogenen Ländergruppen gehörten, so die türkische Zeitung Hürriyet, die 27 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA) (Schweiz, Island und Norwegen), eines der beitretenden Länder (Kroatien), vier Beitritts-Kandidaten (die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Montenegro, Serbien und die Türkei), und zwei potenzielle Kandidaten (Albanien, Bosnien und Herzegowina).

Alkohol: Ein heißes Eisen in der Türkei

Spätestens seit dem Bekanntwerden der Pläne der türkischen Regierung, den Verkauf und Konsum von alkoholischen Getränken per Gesetz zu beschränken, gehört das Thema Alkohol zu einem der heißesten politischen Eisen der Türkei (mehr hier). Trotz massiver Proteste unterzeichnete der türkische Präsident Abdullah Gül vor wenigen Wochen den umstrittenen Gesetzesentwurf, der nach Einschätzung der Kritiker in Städten einem kompletten Alkohol-Verbot gleichkommt (mehr hier). Hinzu kommt, so das Blatt weiter, eine entsprechende Steuerpolitik der Regierung (mehr hier), die die Preise für Spirituosen zusätzlich in die Höhe schrauben.

Im Fokus der hitzigen öffentlichen Debatte steht jedoch weniger der Preis oder die tatsächlichen Verkaufsbeschränkungen. Es geht um mehr: Zunehmend versucht die Regierung Erdoğan sich in das Privatleben der Bürger einzumischen (mehr hier) und das nicht nur beim Thema Alkoholkonsum.

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