Berlin und Ankara bemühen sich am Schadensbegrenzung

Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu und sein deutscher Amtskollege Guido Westerwelle haben sich an diesem Samstag in Doha getroffen. Am Rande eines Treffens der Syrien-Kontaktgruppe ringen die beiden Politiker um Entspannung. Unterdessen protestierten in Köln zwischen 30.000 und 40.000 Menschen gegen den türkischen Premier Erdoğan.

Nachdem am späten Freitagabend bereits der türkische EU-Minister Egemen Bağış als auch der Sprecher des Auswärtigen Amts, Andreas Peschke, mildere Töne angeschlagen haben, kam es an diesem Samstag nun zu einem Treffen der beiden Außenminister. Ahmet Davutoğlu und sein deutscher Amtskollege Guido Westerwelle sind in Doha zusammengekommen.

Konstruktives Gespräch unter Freunden

Das Vier-Augen-Gespräch, so erklärten beide nach dem Meeting gegenüber den anwesenden Journalisten, habe in einer „konstruktiven und freundschaftlichen“ Atmosphäre stattgefunden. Als Partner und Freunde habe man über alles gesprochen, auch über die Beziehungen der EU zur Türkei.

Unterdessen, so berichtet die türkische Hürriyet, sei auch der deutsche Botschafter in Ankara, Eberhard Pohl, mit dem Staatssekretär im Außenministerium, Feridun Sinirlioğlu, in Ankara zusammengekommen. Das Treffen habe rund eineinhalb Stunden gedauert. Eigentlich war Pohl bereits am Freitag einbestellt worden. Da er jedoch nicht in der Stadt war, konnte er der Forderung nicht nachkommen (mehr hier).

Köln: „Überall ist Taksim. Überall ist Widerstand“

Unter dem Motto „Überall ist Taksim. Überall ist Widerstand“ hat an diesem Samstagmittag erneut eine Solidaritätskundgebung in Deutschland stattgefunden. Auf dem Kölner Heumarkt sollen gegen 12.00 Uhr etwa 30.000 bis 40.000 Menschen zusammengekommen sein. Die Kundgebung wurde von der Alevitischen Gemeinde Deutschland organisiert. „Es geht uns um ein Zeichen für Menschenrechte, Demokratie und Toleranz“, heißt es hierzu in einer Mitteilung des Vereins, die den Deutsch Türkischen Nachrichten vorliegt.

Darin wird auch gewarnt: „An den Grenzen zu Europa darf kein islamistischer Terrorstaat entstehen, der seine Bevölkerung systematisch unterdrückt.“ Zu den insgesamt sieben Kernforderungen gehört unter anderem auch der Rücktritt des türkischen Premiers mit sofortigen Neuwahlen. Bis das nicht geschehen sei, dürfe auch kein neues Beitrittskapitel bei den Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der EU eröffnet werden.

Die Kölner Polizei, so berichtet n24.de, habe von einem „erfreulich friedlichen“ Verlauf gesprochen.

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