Gemeinsamer Protest: Türken, Griechen und Brasilianer in New York vereint

Im Herzen von New York haben Demonstranten aus der Türkei, Griechenland, Brasilien und Mexiko gemeinsam demonstriert, um so die andauernden Proteste in ihren Heimatländern zu unterstützen. Unterdessen wächst auch die Solidarität in der Türkei. Rund 2,5 Millionen sollen sich der Bewegung bereits angeschlossen haben.

Nicht nur in Köln kam es am Wochenende zu Solidaritätskundgebungen (mehr hier): Rund 300 Menschen, zumeist Brasilianer, haben sich am vergangenen Samstag im Zucotti Park im New Yorker Stadtteil Manhattan zusammengefunden, um gemeinsam mit Menschen aus der Türkei, Mexiko und Griechenland ein Zeichen der Solidarität für ihre Landsleute zu setzen. Mit Rufen wie „Wir sind die Öffentlichkeit. Wir sind stark. Uns kann man nicht besiegen“ oder „Dies ist nur der Anfang, der Widerstand geht weiter.“ bestärkten die Teilnehmer die sich zuvor über die Sozialen Medien organisiert hatten, die Demonstranten in ihren jeweiligen Heimatländern.

Eine Gruppe, die sich als türkisch-griechische Solidaritätsgruppe bezeichnet, trug Transparente mit sich, auf denen sie den gemeinsamen Widerstand erklärten. Auch einige Amerikaner und Touristen sollen sich im Verlauf der Kundgebung angeschlossen. Nachdem, die Demonstranten mit ihren Fahnen und Bannern für die Medien posiert hätten, so berichtet die Nachrichtenagentur Anatolia, seien sie friedlich von dannen gezogen.

Erdoğan sieht Parallelen zwischen Türkei und Brasilien

Ebenfalls am vergangenen Samstag, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, hatte der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan Vergleiche zwischen der Situation in der Türkei und Brasilien gezogen. Seiner Ansicht nach sei das südamerikanische Land Opfer des gleichen Komplotts (mehr hier). Bei einer Rede vor Zehntausenden Anhängern in Samsun zeigte er sich überzeugt, dass diejenigen, die in der Türkei gescheitert seien, nun ihr Bestes in Brasilien geben würden. „Die Symbole sind die gleichen, die Plakate sind die gleichen, Twitter und Facebook sind die gleichen, die internationalen Medien sind die gleichen. Sie (die Proteste) werden vom gleichen Zentrum aus gesteuert.“ Der brasilianische Außenminister Antonio Patriota sieht jedoch keine Parallelen (mehr hier).

Proteste in rund 80 türkischen Städten

Unterdessen gibt das türkische Innenministerium nun erstmals eine Dimension der Proteste an. Seit 31. Mai seien demnach rund 2,5 Türken auf die Straße gegangen. Nur in Bayburt und Bingöl sei nicht protestiert worden. In 79 türkischen Städten hätten sich die Menschen den Demonstrationen angeschlossen. Zentrum der Proteste seien Istanbul und Ankara. Rund 4.900 seien festgenommen worden. Etwa 4000 Menschen seien verletzt worden, darunter auch 600 Polizisten. Besonders schnell hätte sich die Form des stillen Protests („Standing Man“) in der vergangenen Woche durchgesetzt. Auf der anderen Seite seien im Zuge der Proteste 58 öffentliche Gebäude und 337 private Unternehmen beschädigt worden. Darüber hinaus seien nun 240 Polizeifahrzeuge, 214 Pkws, 90 Busse und 45 Krankenwagen unbrauchbar, genauso wie 68 Überwachungskameras. Der Gesamtschaden soll sich auf 140 Millionen Türkische Lira, umgerechnet rund 55 Millionen Euro, belaufen.

Seit diesen Sonntag gibt es zudem eine neue Petition im Zusammenhang mit den deutsch-türkischen Beziehungen. Nachdem sich der führende türkische Wirtschaftsverband TÜSİAD zu Wort gemeldet hat (mehr hier), sorgen sich nun Prof. i.R. Dr. Emel Huber und Prof.em.Dr. Wolfgang Huber auf change.org um das Klima in Deutschland. In ihrer Online-Petition fordern sie Bundeskanzlerin Angela Merkel auf, die Türkei nicht zum Wahlkampfthema zu machen.

Mehr zum Thema:

Proteste fordern ihren Tribut: Türkische Polizisten zunehmend demoralisiert
Wieder Gewalt auf dem Taksim Platz: Polizei vertreibt Tausende Demonstranten
Proteste in der Türkei: Türkischer Geheimdienst untersucht Verbindungen zum Ausland

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.