Twitter-Kampagne: Bürgermeister von Ankara nennt BBC-Journalistin „Agentin“

Die türkische BBC-Journalistin Selin Girit macht schwere Zeiten durch. Melih Gökçek, Bürgermeister von Ankara, hat sie zur von England bezahlten „Agentin“ und „Vaterlandsverräterin“ erklärt. Grund: Girit soll die türkische Bevölkerung per Twitter zum Wirtschaftsboykott gegen die Türkei aufgerufen haben.

Der türkische Bürgermeister von Ankara, Melih Gökçek, sieht in der türkischen BBC-Journalistin Selin Girit eine englische „Agentin“ und „Vaterlandsverräterin“. Um sein Protest gegen Girit kundzutun, hat er eine Twitter-Kampagne unter dem Hashtag „#İNGİLTEREADINAAJANLIKYAPMASELİNGİRİT“ („Hör auf als Agentin für die Engländer zu arbeiten“) gegen sie ins Rollen gebracht.

Die BBC-Journalistin hatte zuvor eine Twitter-Nachricht geteilt, die zum Konsumboykott aufruft, um die wirtschaftliche Entwicklung „zu stoppen“. „Sie wollen unsere Wirtschaft schwächen und träumen von der Türkei als Europas `kranker Mann´“, zitiert die Hürriyet Gökçek.

Währenddessen hat sich Selin Girit auf Twitter darüber beschwert, dass sie von Gökçek zur Zielscheibe gemacht werde. Als Reaktion auf Gökçeks offensive Haltung, starteten Unterstützer von Girit Gegenkampagnen gegen den Bürgermeister. Soziale Netzwerke wie Twitter oder Facebook hatten sich während der seit Ende Mai andauernden Proteste in der Türkei als das Informationsmedium Nummer eins herauskristallisiert.

Die türkische Regierung glaubt, dass per Twitter und Facebook eine Verschwörung gegen die AKP stattfände. „Es besteht die Absicht, die Regierung durch die Sozialen Medien zu stürzen.“ Diese Dinge sollten jedoch ihren Preis haben und bestraft werden, so der stellvertretene AKP-Vorsitzende Mehmet Ali Şahin im Gespräch mit der Hürriyet (mehr hier).

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