Türkei-Proteste: Erdoğan lobt „heldenhaften“ Einsatz der Polizei

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan ist zufrieden mit der Polizei. Sie habe während der landesweiten Massenproteste eine „Heldengeschichte“ geschrieben. Doch es sei wichtig die Balance zwischen Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit zu wahren.

„Einzig und allein unsere Polizisten sind im Stande 48 Stunden im Einsatz zu sein, ohne etwas zu essen oder zu trinken“, so der türkische Ministerpräsident Erdoğan. Die türkische Polizei habe im Verlauf der Proteste eine „Heldengeschichte“ geschrieben. Trotz aller „Sabotagen“ werde es niemandem gelingen, die Türkei in die „Zeiten zurück zu versetzen, in denen die Sicherheitspolitik tonangebend gewesen ist“, zitiert die Hürriyet Erdoğan. Die Türkei müsse darauf Bedacht sein, die Balance zwischen Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit zu wahren.

Trotz der lobenden Worte für die türkische Polizei standen die Beamten wochenlang unter enormen psychischen und physischen Belastungen. Deshalb sind sie weitgehend demoralisiert. „Ich bin verheiratet und habe ein Kind. Doch wegen der Proteste kann ich nicht nach Hause gehen und meine Familie sehen“, schildert ein Polizist in Ankara der Sunday Zaman sein persönliches Dilemma. „Diese Proteste haben unser psychisches und physisches Wohlbefinden stark beeinträchtigt. Wir können nicht richtig schlafen und kommen über Tage hinweg nicht einmal zum Duschen.“

Die Beamten, so schildert auch eine Kollegin, seien müde und erschöpft. Sie alle würden nach Hause in ihr normales Leben wollen. Jeglicher Urlaub, so schildert auch das Blatt, sei gestrichen. Überstunden würden anders als etwa in den USA nicht bezahlt. Rund 400 Arbeitsstunden hätten die Beamten in den vergangenen 20 Tagen abgeleistet (mehr hier).

Seit Beginn der Proteste in der Türkei sollen sich sechs Polizeibeamte das Leben genommen haben. Die türkische Polizeigewerkschaft macht die miserablen Arbeitsbedingungen dafür verantwortlich. Eine Klage gegen die obersten Polizeibehörden sei in Planung (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Gemeinsamer Protest: Türken, Griechen und Brasilianer in New York vereint
Twitter-Kampagne: Bürgermeister von Ankara nennt BBC-Journalistin „Agentin“
Proteste in der Türkei: Türkischer Geheimdienst untersucht Verbindungen zum Ausland

 

 

 

 

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.