Geistlicher ruft Türken zur Einheit auf: Aleviten und Sunniten sind Brüder

Ein Geistlicher der Aleviten aus der Türkei warnt vor Provokationen, die einen Keil zwischen Sunniten und Aleviten treiben könnten. Er fürchtet bestimmte Kreise wollen die Aleviten aufhetzen.

Namhafte Aleviten rufen in der Türkei zur gesellschaftlichen Solidarität zwischen den Konfessionen auf. İrfan Çetinkaya, Vorsitzender der „Hacı Bektaş-ı Veli“-Stiftung und alevitischer Geistlicher der Stadt Eskişehir, weist in diesem Zusammenhang auf mögliche Konflikte zwischen Sunniten und Aleviten hin, die aus der Region auf die Türkei überspringen könnten.

„Vorurteile gegen Aleviten sind teilweise vorhanden. Doch diese werden von bestimmten Kreisen in die Gesellschaft gestreut, um uns auf die Straßen zu bringen. Dieses Spiel werden wir nicht mitmachen. Wir leben seit Jahrhunderten gemeinsam in diesem Land. Im Befreiungskrieg haben Aleviten, Sunniten, Kurden und Türken Seite an Seite gekämpft. Heute müssen wir wieder eine gemeimsame Schlacht bestehen und den Frieden in unserem Land verteidigen.“

Çetinkaya geht hart ins Gericht mit Aleviten, die sich als Nicht-Muslime umschreiben. Das Alevitentum sei auf dem islamischen Glauben begründet. „Jemand, der dies leugnet, kann kein Alevite sein“, zitiert ihn Haber35.

Die Aleviten in der Türkei verlangen seit Jahrzehnten eine religiöse Anerkennung und Gleichstellung. Die AKP verkündete die baldige Umsetzung eines Reformpakets. Die Regierung werde in den kommenden Wochen einen Gesetzesvorschlag ins Parlament einbringen, der die Gleichstellung der Aleviten voranbringen soll. Der Vorschlag beinhalten neben einer de facto Verbeamtung von alevitischen Geistlichen, auch staatliche Fördergelder, kostenloser Baugrund für Cem-Stätten und die Gründung von Instituten und Lehrstühlen, welche sich mit dem Alevitentum beschäftigen (mehr hier).

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