Geräumter Gezi Park: Stadtverwaltung beginnt mit dem Wiederaufbau

Gut einen Monat nach Beginn der Proteste hat die Istanbuler Stadtverwaltung damit begonnen, den kürzlich geräumten Gezi Park wieder instand zu setzen. Derzeit werden Bäume und Blumen gepflanzt. Die Belagerung hatte der Anlage schwer zugesetzt.

Nachdem die Polizei den Istanbuler Gezi Park am 15. Juni dieses Jahres gewaltsam geräumt hat (mehr hier), beginnt nun die Wiederaufbereitung der Anlage. Bereits seit dem 23. Juni ist die Stadtverwaltung intensiv zugange, nachdem die letzten Zelte und Banner entfernt wurden.

Proteste ziehen Park stark in Mitleidenschaft

Neben neuen Laternern wird der Gezi Park auch umfassend neu begrünt. Insgesamt, so berichtet die Hürriyet, sollen 200.000 Saison-Pflanzen, 100 neue Bäume und 5000 Rosenstöcke gesetzt werden. Nach 19 Tagen, in denen die Demonstranten teils dicht gedrängt in der Anlage ausharrten, scheint das auch bitter nötig. Auch die DTN hat sich vor Ort ein Bild von der Situation machen können. Bereits Anfang Juni zeugten der Gezi Park als auch die Straßen, die zum Taksim Platz führen, von massiven Zerstörungen. Durch die hohe Frequentierung wurden die Grünanlagen niedergetrampelt und Müll achtlos weggeworfen. Bürgersteige waren schon kurz nach Beginn der Proteste teilweise komplett zerstört, weil daraus Straßenbarrikaden errichtet wurden.

Nach der Räumung des Gezi Parks verlagerten sich die Demonstranten auf andere Anlagen in der Stadt (mehr hier). Die türkische Polizei war mit Tränengas und Wasserwerfer gegen die Menschen vorgegangen. „Es tut uns leid. Aber wir sind für die Sicherheit unserer Bürger zuständig. Wenn wir kein demokratisches Land wären, hätten wir wohl kaum solange Geduld gehabt. Trotz unserer Toleranz und unserem guten Willen, möchte uns keiner verstehen“, zitiert die Hürriyet den Erdoğan-Berater Hüseyin Çelik.

Demonstranten weigerten sich bis zuletzt zu gehen

Zuvor hatten die Aktivisten erklärt, dass sie den Park unter keinen Umständen räumen werden. „Wir werden unseren Widerstand gegen jede Art der Ungerechtigkeit fortsetzen“, heißt es in einer Erklärung der Aktivisten am 15. Juni. „Erst aufgrund des Drucks den unser berechtigter Widerstand ausgeübt hat, sind wir an dem Punkt, dass wir auf Augenhöhe gesehen werden und in der Lage sind, zu verhandeln“, erklärte die Gruppe. „Aber das ist erst der Anfang und unser Kampf geht weiter“, zitierte NTV aus der Mitteilung.

Ende vergangener Woche kündigte der Istanbuler Bürgermeister Kadir Topbaş nun an, künftig die Bürger bei Projekte stärker einbeziehen zu wollen.

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