Massenproteste in Türkei: TV-Star Alabora wehrt sich gegen Spionage-Vorwurf

Der türkische Schauspieler Mehmet Ali Alabora wird aufgrund seiner Unterstützung für die OccupyGezi-Bewegung seitens der AKP lautstark kritisiert. Er soll in Verbindung mit ausländischen Organisationen stehen und den Umsturz der Regierung geplant haben.

Der türkische Schauspieler und Gezi-Park Aktivist Mehmet Ali Alabora hat sich in einer Mitteilung zu den „Spionage-Vorwürfen“ gegen seine Person geäußert. Die einzige ausländische Organisation, der er angehöre sei der Internationale Schauspielerverband (FIA). Er stehe in keinster Weise in Kontakt mit weiteren „ausländischen Organisationen“ und habe auch nicht vor, in die Politik zu gehen.

„Am 3. Juni bin ich auf CNN International aufgetreten und habe nur meine Erlebnisse und Beobachtungen im Zuge der Proteste geschildert“, zitiert die Hürriyet Alabora. Der Umweltschützer gibt an, wegen seiner Unterstützung der derzeitigen Proteste von Unbekannten bedroht worden zu sein (mehr hier).

Gallionsfigur der Protestbewegung

Alabora spielte im Zuge der Massenproteste eine wichtige Rolle und trat als Gallionsfigur der türkischen Protestbewegung auf. Der Bürgermeister von Ankara, Melih Gökçek, sagte mehrmals, dass der Schauspieler Mehmet Ali Alabora im Zusammenhang mit der Otpor-Bewegung stehen würde. Otpor ist ursprünglich eine serbische Organisation, die bei mehreren politischen Umwälzungen im Kaukasus und Osteuropa eine wichtige Rolle gespielt hat, berichtet die New York Times. Die SZ umschrieb Otpor in einem Artikel als „Umsturz GmbH“.

„Die serbische Demokratie-Aktivistengruppe Otpor schult weltweit Oppositionelle – auch in Ägypten, Tunesien und Iran (…) Als in Kairo die Demonstranten schwarze Fahnen mit einer erhobenen weißen Faust schwenkten und diese Bilder um die Welt gingen, da konnten einige junge Männer in Belgrad die Genugtuung kaum verbergen.“

Finanziert wird das Otpor-Netzwerk von sechs US-amerikanischen Organisationen wie zum Beispiel von der Open Society Institute International Renaissance Foundation oder Freedom House.

 

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