Zeichen der Solidarität: Jüdische Sicherheitsgruppe schützt Londoner Moscheen

Weil in Großbritannien Übergriffe auf Moscheen und Muslime zunehmen, will eine jüdische Sicherheitsgruppe nun Moscheen mit in ihre Patrouillen-Route aufnehmen. Die Freiwilligen, die unter dem Namen „Shomrim“ organisiert sind, sehen das als Beginn einer langen Partnerschaft.

Mitglieder der in Stamford Hill ansässigen jüdischen Sicherheitsgruppe „Shomrim“ haben sich am vergangenen Wochenende mit den Oberhäuptern der Cazenove Road Moschee im Gemeindezentrum von Stoke Newington getroffen. Zusammengebracht wurden die beiden Parteien vom liberaldemokratischen Stadtrat Ian Sharer. Zuvor hatte die muslimische Gemeinde aus Sorge wegen einer ganzen Reihe von gewalttätigen Übergriffen in dem betroffenen Gebiet eine entsprechende Anfrage gestellt und um Hilfe gebeten.

Schutz und Sicherheit für muslimische Gemeinde

„Das so zu handhaben erschien mir eine ganz natürliche Sache“, zitiert The Jewish Chronicle Stadtrat Sharer. Das Ganze sei eine sehr ernste Situation. Deshalb habe er gedacht, warum nicht seine Freunde von „Shomrim“ kontaktieren. „Wir wollten sehen, ob wir ihnen Schutz und auch Sicherheitstraining anbieten könnten.“

Das Treffen selbst sei nun ein Riesenerfolg gewesen. Die „Shomrim“-Patrouillen hätten sich bereit erklärt, die hiesigen Moscheen und andere Gebäude in ihre Routen einzubeziehen. Sowohl „Shomrim“ als auch das North London Community Centre seien großartige Organisationen. Es sei wunderbar, dass sie nun zusammengebracht worden seien. Chaim Hochhauser, Supervisor der Sicherheitsgruppe, äußerte sich in die gleiche Richtung. Demnach sei bei dem Treffen am vergangenen Wochenende vereinbart worden, dass diese Zusammenarbeit der Anfang einer langfristigen Partnerschaft zwischen den beiden Gemeinden wäre.

Mord an Lee Rigby hat Situation verschärft

Seit der Ermordung des 25-jährigen Soldaten Lee Rigby in Woolwich im vergangenen Monat hätten die muslimischen Gemeinden in der Tat einen Anstieg von Hass-Delikten verzeichnet (mehr hier). Der junge Mann war am 22. Mai im Südosten Londons nur wenige hundert Meter von seinem Stationierungsort auf offener Straße von zwei Männern ermordet worden. Rigby wurde zunächst von einem Auto angefahren und dann mit Hiebwaffen und Messern getötet. Die Angreifer sollen sogar versucht haben, ihr Opfer zu enthaupten. Die britische Regierung stufte das Verbrechen als Terrorakt ein (mehr hier). Die Täter, die zu einer radikalisierten Form des Islam konvertiert waren, ließen sich von Passanten filmen.

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