Provinzielle ARD: Tagesthemen ohne türkisch-sprachige Redakteure

Die erfahrene Kriegs-Berichterstatterin Carolin Emcke kritisiert ARD-Aktuell: Es gebe keinen einzigen türkischsprachigen Redakteur in der Zentrale. Das sei „unprofessionell“.

Carolin Emcke: Ich habe diesen Mangel in meinem Text „Aller Tage Abend“ im Zeitmagazin sehr deutlich kritisiert. Ich habe diese Abwesenheit von türkisch- und arabisch-sprachigen Kolleginnen und Kollegen als „provinziell“ und „unprofessionell“ kritisiert. Ich denke, es braucht mehr Vielfalt in deutschen Redaktionen, damit eben auch verschiedene Perspektiven präsent sind in den Medien.

Ich glaube, diesen Mangel an Vielfalt gibt es nicht nur bei der ARD, den gibt es in vielen Redaktionen in den Medien und es ist wichtig, das zu ändern. Es gibt ja auch nicht besonders viele Frauen in den Redaktionen oder den Führungspositionen der Medien.

Deutsch Türkische Nachrichten: Ist der Mangel an türkischsprachigen Redakteuren ein generelles Problem der Öffentlich-Rechtlichen?

Carolin Emcke: Das kann ich so allgemein nicht beurteilen. Es wäre interessant, eine Anfrage an die anderen Sender und auch die Printmedien zu stellen.

Deutsch Türkische Nachrichten: Sind zwölf Redakteure beim ARD-Nachrichtenmagazin zu wenig?

Carolin Emcke: Zwölf Redakteure bei den Tagesthemen, die rotierend arbeiten, sind meiner Ansicht nach zu wenig.

Deutsch Türkische Nachrichten: Wie würden Sie die ARD hinsichtlich der interkulturellen Zusammensetzung der Redaktion im Vergleich zu BBC oder CNN sehen?

Carolin Emcke: Die genauen Zahlen kenne ich nicht. Das müsste jemand prüfen.

Carolin Emcke, 1967 in Mülheim/Ruhr geboren, ist freie Publizistin und internationale Reporterin für DIE ZEIT. Sie lebt in Berlin

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.