Acht Prozent mehr Besucher: Touristenhochburg Antalya nimmt durch Proteste keinen Schaden

Die türkische Touristen-Hauptstadt Antalya scheint von den seit rund einem Monat andauernden Protesten nicht in Mitleidenschafte gezogen worden zu sein. Während Istanbul teils erhebliche Einbußen hinzunehmen hat, stieg die Zahl der Touristen in den ersten fünf Monaten des Jahres um acht Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Nach Angaben des Verbands der Hoteliers der Türkischen Riviera (AKTOB) schlage sich die Türkei in Sachen Urlaubsgästen, die seit Beginn dieses Jahres ins Land geströmt seien, besser als ihre Mitkonkurrenten im Mittelmeerraum. Länder wie Spanien, Griechenland und Ägypten hätte man mittlerweile überrundet.

Während die Zunahme der Touristenzahlen in Spanien 3,9 Prozent betragen habe, und Griechenland sechs Prozent bwz. in Ägypten elf Prozent anstiegen, kletterte diese Zahl in der Türkei um fast 20 Prozent in ersten fünf Monaten des Jahres nach oben. Allein die Touristenhochburg Antalya habe in den ersten fünf Monaten 2013 einen Zuwachs von acht Prozent verzeichnen können Friedrich Joussen, neuer CEO des Reiseveranstalters TUI AG, erklärt hierzu: „Die negativen Ereignisse haben Antalya definitiv nicht in Mitleidenschaft gezogen. In Antalya gab es keine störenden Situationen.“

Tourismussektor langfristig auf Wachstum gepolt

Auch langfristig, so berichtet die türkische Zeitung Hürriyet, sind die Prognosen trotz der anhaltenden Proteste nicht sonderlich pessimistisch. In den Jahren 2014 bis 2018, so heißt es, wolle man auf rund 48,5 Millionen Touristen jährlich kommen. Das entspräche einem Zuwachs von 4,6 Prozent gegenüber dem Zeitraum zwischen 2007 und 2012. Steigen sollen jedoch auch die Einnahmen pro Tourist. Das Ziel 932 Dollar pro Tourist und Urlaub, was ebenfalls einer Steigerung von 2,3 Prozent entspräche. Ziele, die mit einer Erholung von der jetzigen Situation durchaus leicht zu erreichen wären. Darüber hinaus, solle in den kommenden Jahren verstärkt in den Wintertourismus investiert werden. Auch Sparten wie der Kreuzfahrttourismus, Gold- und der Kulturtourismus sollten stärkere Beachtung finden.

Istanbul mit rund 55 Millionen Euro Einbußen

Trotz ambitionierter Pläne und strömender Touristen gibt es aber auch die andere Seite der Medaille. Besonders stark betroffen von der Protestsituation zeigt sich derzeit Istanbul. Hier haben die Hoteliers schon jetzt mit Einbußen von 54,7 Millionen Euro zu kämpfen. Rund 216.000 Reservierungen wurden seit Beginn der Unruhen storniert (mehr hier). Die türkische Hotel- und Gaststättenvereinigung (TUROB) appelliert nun an die Unternehmer, verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

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