Dopingskandal weitet sich aus: 13 türkische Athleten positiv getestet

Die türkische Leichtathletik wird derzeit von einem neuen Dopingskandal erschüttert. Nachdem es in der vergangenen Woche bereits acht Gewichtheber traf, gibt es nun Anschuldigungen gegen 13 weitere Athleten. Der Verbandspräsident ist alarmiert. Es geht um das Ansehen des türkischen Sports.

Die Doping-Nachrichten kommen derzeit Schlag auf Schlag. Wie der türkische Sportverband nun bekannt gab, wurden 13 türkische Athleten positiv auf verbotene Substanzen getestet. Erst in der vergangenen Woche waren acht türkische Gewichtheber des Dopings überführt worden. Mehmet Terzi, Vorsitzender des türkischen Leichtathletikverbands (TAF) hat bereits angekündigt, nun eindringlich gegenzusteuern.

21 überführte türkische Sportler binnen einer Woche: Nach den sportlichen Schreckensnachrichten um Olympiasiegerin Aslı Çakır Alptekin und Europameisterin Nevin Yanıt im vergangenen April (mehr hier), nun die nächsten Negativ-Schlagzeilen für den türkischen Sport. Insgesamt 24 Athleten, so TAF-Vorsitzender Terzi, seien in diesem Jahr bereits des Dopings verdächtigt worden.

Bis kommenden September wolle er diesen Trend umkehren. Wie, darüber schweigt sich Terzi allerdings aus. Denn Fehler, so erweckt er den Anschein, gebe es von seiner Seite her nicht. Ausreichend seien die Kontrollen seiner Ansicht nach schon jetzt. Ohnehin könne man den Athleten nicht überall hin folgen, so seine Argumentation. An Rücktritt denkt Terzi jedenfalls nicht. Doch schon im Vorfeld von Olympia 2012 gab es Skandale (mehr hier).

Sport-Fachleute: Das ist organisiertes Doping

Am vergangenen Donnerstag, den 27. Juni, wurde bekannt, dass 13 türkische Athleten positiv auf Dopingsubstanzen getestet worden waren. Nur Tage, nachdem es bereits ähnliche Anschuldigungen gegen acht türkische Gewichtheber gab. Fünf dieser Athleten, die auch im Kader für die Europameisterschaften vertreten sind, seien bereits zuvor des Dopings beschuldigt worden. Nun sei die Liste durch Eşref Apak, Kaan Şencan, Elif Yıldırım, İsa Can, Umut Aday, Ummuhani Karaçadırlı, Fatih Eryıldırım und Narin Kahraman noch einmal länger geworden.

Nach Ansicht von Sportfachmann Murat Ağca sind die jüngsten Dopingfälle alarmierend: „Alle Länder haben Doping-Probleme, aber die Rate der türkischen Athleten ist besorgniserregend“, zitiert ihn die türkische Zeitung Hürriyet. Das sieht auch der Präsident des türkischen Gewichtheberverbandes, Tamer Taşpınar, so.

Die Schuld sei hier aber sowohl bei den Athleten als auch den Trainern zu suchen. Im Fall der Gewichtheber sei Doping in einer Art „organisiertem Akt“ geschehen. „Wenn acht oder neun Athleten Doping in der gleichen Zeit betreiben, dann gibt es keine Chance für den Trainer, es nicht zu wissen. Er weiß es, denn die Leistung des Athleten wird immer besser, ihre Stimme verändert sich.“ Vergangenen Sommer wurde die türkische Goldmedaillen-Gewinnerin Nurcan Taylan überführt (mehr hier).

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