Ankara startet Twitter-Kampagne gegen Deutschland

Ankara warnt Deutschland via Twitter, sich aus den inneren Angelegenheiten der Türkei herauszuhalten. Angela Merkel und die deutschen Medien sollten sich vor Augen halten, wie Demonstranten im eigenen Land behandelt werden.

Die Türkei wirft Deutschland vor, die Proteste im Land nicht objektiv zu betrachten. Die von Ankara aus gestartete Twitter-Kampagne #bleibfreundedeutschland wurde bereits nach nur einer Stunde zum Trend auf der Microblogging-Plattform. Insbesondere die deutsche Berichterstattung, die für die Demonstranten Partei ergreift, ist der türkischen Regierung ein Dorn im Auge.

Zur Vorbereitung der Kampagne wurden Videos über deutsche Polizeigewalt gesammelt. Ziel ist es, weltweit zum Twitter-Trend zu werden. Melih Gökcek, Oberbürgermeister von Ankara, gibt klare Anweisungen, was über Twitter am Freitag ab 17.00 Uhr türkischer Zeit (16.00 Uhr MESZ) verbreitet werden soll:

„Heute veröffentlichen wir zahlreiche Videos…Wir haben vor allem unzählige Beispiele über den maßlosen Gebrauch von Gewalt der deutschen Polizei gegeben. Das tun wir, damit Frau Merkel und die deutschen Medien zuerst sich selbst betrachten und uns dann an die Demokratie erinnern.“

Die türkisch-deutsche Freundschaft dürfte durch die offensichtliche Unterstützung der deutschen Medien für die Demonstranten nicht gefährdet werden, so Gökcek. Doch derzeit werde auf Kosten dieser Freundschaft Wahlkampf gemacht.

Die türkische Regierung hatte die Sozialen Netzwerke während der Proteste mehrmals wegen der Verbreitung falscher Tatsachen kritisiert (mehr hier). Auf Facebook seien erfolgreiche Gegenkampagnen gestartet worden, Twitter habe man allerdings noch nicht ausreichend im Griff, hatte Premier Erdogan erklärt. Nun setzt die Regierung auch verstärkt auf die Wirkung der Netzwerke, um die Massen zu beeinflussen (hier).

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