Eskalation in Diyarbakir: Ein Toter bei Protesten

Bei Zusammenstößen zwischen dem Militär und Demonstranten ist am Freitag ein 18-Jähriger getötet worden. Während der Gouverneur von Diyarbakir und die Behörden von Molotowcocktails und Provokation sprechen, sagen BDP-Abgeordnete, das Militär habe gezielt in die Menge geschossen.

Bei Protesten gegen den Ausbau einer Militärstation kam es in der östlichen Provinz Diyarbakir zu Zusammenstößen mit dem Militär. Dabei ist ein Jugendlicher getötet und mindestens neun Personen verletzt worden.

Am Freitag protestierten 200 bis 250 Personen vor der Baustelle einer Militärwache, deren Erweiterung geplant ist. Die Zelte für die Unterbringung der Bauarbeiter seien mit Molotowcocktails von den Demonstranten in Brand gesteckt worden, so Cahit Kirac, Gouverneur von Diyarbakir. Beim Versuch der Niederschlagung der Proteste sei es dann zu den Verletzten gekommen.

„Die Situation von zwei Verletzten ist ernst“, zitiert die Zeitung Sabah Kirac. Bei den protestierenden Gruppen handele es sich seinen Angaben zufolge um Provokateure, die versuchen den kurdischen Friedensprozess zu stören.

Indes sind die Vize-Vorsitzende der BDP, Gülten Kisanak, die BDP Abgeordneten Emine Ayna und Ayla Akat angereist, um an der Beerdigung des getöteten Jugendlichen, Medeni Yildirim, teilzunehmen.

Während die Behörden behaupten, das Militär habe ausschließlich in die Luft gefeuert, sagte Kisanak, dies sei ein Versuch die Wahrheit zu verschleiern. „Diese Menschen haben ihr demokratisches Recht genutzt, sich zu versammeln. Sie haben eine Pressekonferenz gehalten und es wurde das Feuer auf sie eröffnet, kurz bevor die Menge sich auflösen wollte“, so Kisanak.

Am Freitagabend soll zudem nach den Unruhen ein Offizier durch die PKK entführt worden sein, meldet die Hürriyet.

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