Taksim-Platz Istanbul: Schwule und Lesben protestier​en gegen Erdoğan

Die türkische Homosexuellen-Organisation „LGBT Istanbul“ hat in Istanbul zu ihrer alljährlichen Kundgebung aufgerufen. Im Fokus der Kritik der Demonstration stand Premier Erdoğan. Zwischenfälle gab es nicht. Doch es fand gleichzeitig eine Gegendemonstration national-religiöser Kreise statt.

Tausende von Homosexuellen, Bisexuellen. Heterosexuellen und Transexuellen haben sich am Taksim-Platz in Istanbul versammelt, um gegen den türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdoğan und gegen Homophobie zu protestieren. Zum alljährlichen „Gay Pride Istanbul“-Marsch hatte die die Organisation „LGBT Istanbul“ aufgerufen.

Die CHP-Abgeordneten Hüseyin Aygün, Şafak Pavey, Mahmut Tanal, Melda Onur ve Binnaz Toprak wohnten dem Protest bei. Die CHP brachte kürzlich einen Antrag im türkischen Parlament ein und forderte die Gleichstellung von homosexuellen türkischen Bürgern (mehr hier).

Claudia Roth demonstriert auch

Auch die Parteivorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen, Claudia Roth, und der Politiker der Fraktion DIE LINKE im Abgeordnetenhaus in Berlin ,Hakan Taş, schlossen sich dem „Gay Pride Istanbul“-Marsch an, berichtet IHA.

In den Händen der Demonstranten befanden sich Plakate mit Aufschriften, wie zum Beispiel „Nicht Homosexualität, sondern Rassismus ist eine Krankheit“, „Gestern waren wir im Gezi-Park, heute sind wir hier“ oder „Wir sind Freddie Mercurys Soldaten“. Istanbuler Passanten sollen den Demonstrationszug mit Beifallklatschen unterstützt haben. Doch es gab auch Gegner der Kundgebung.

Gegendemonstration

Der Jugendverband der national-religiösen Partei der Großen Einheit oder Große (BBP), auch „Alperen Ocakları“ genannt, hatte zu einer Gegendemonstration aufgerufen, berichtet Internethaber. Sie wurden von der Polizei abgeschirmt, um Übergiffe gegen Mitglieder der „LGBT Istanbul“ zu verhindern. Diesmal setzte die Polizei weder Tränengas, noch Schlagstöcke gegen die Erdoğan-Gegner ein.

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