NATO ist besorgt: Türkei will Luftabwehr​system aus China kaufen

Die Türkei möchte ein neues Luftabwehrsystem kaufen. Für die Ausschreibung haben sich insgesamt fünf internationale Rüstungskonzerne beworben. Nun soll die Entscheidung auf China gefallen sein. NATO-Diplomaten sind überrascht und zeigen wenig Verständnis.

Die türkische Regierung möchte seit geraumer Zeit im Rahmen ihrer vier Milliarden US-Dollar schweren T-LORAMIDS (Turkish Long Range Air and Missile Defense System) Ausschreibung, den türkischen Luftraum komplett mit einem Abwehrsystem ausstatten.

Nun soll der Auftrag offenbar an den chinesischen Rüstungskonzern „China National Precision Machinery Import and Export Corporation“ (CPMIEC) gehen. Die HQ-9 gilt als das modernste Luftabwehrsystem der chinesischen Armee. Es ist in der Lage, Flugzeuge aller Arten sowie ferngesteuerte Flugkörper und taktische ballistische Raketen abzufangen. Der Vorstoß Ankaras stößt bei NATO-Diplomaten auf Unverständnis.

„Sollte dieser Deal wirklich stattfinden, wären wir einfach sprachlos. Die Türkei hat das Recht ihre freie Wahl zu treffen. Da kann sich keiner einmischen. Aber wir verstehen die Logik dahinter nicht. Denn die chinesischen Systeme sind nicht kompatibel mit den aktuellen NATO-Beständen der Türkei.“

Zuvor hatte Moskau Ankara das Angebot unterbreitet, russische S-300 in der Türkei anzubringen (mehr hier). S-300-Systeme wurden schon in der früheren Sowjetunion zur Abwehr und Bekämpfung gegnerischer Marschflugkörper und Kampfflugzeuge eingesetzt. Die weiterentwickelten Versionen sind im Stande auch ballistische Raketen und Tarnkappen-Flugzeuge abzuwehren. Es gibt insgesamt drei Arten von S.300 Systemen, die in ihren Eigenschaften spezifiziert sind (S-300 W, S-300 P, S-300 F).

Auch der US-Waffenkonzern Raytheon, Lockheed Martin und Eurosam sind an der türkischen Ausschreibung interessiert (mehr hier).

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