„Klar geh‘ ich wählen“: Landeszentrale für politische Bildungsarbeit erklärt Bundestagswahl in einfacher Sprache

Was macht der Bundestag? Wie funktioniert eine Bundestagswahl eigentlich ganz praktisch? Fragen wie diese werden jetzt in einer kleinen Broschüre der Berliner Landeszentrale für politische Bildungsarbeit erläutert. In einfacher Sprache wenden sich die Macher nicht nur an Menschen mit Behinderung und Erstwähler, sondern auch an Migranten. Gerade deren Kinder und Enkel sind mittlerweile ein ernstzunehmendes Wählerklientel.

Die Berliner Landeszentrale für politische Bildungsarbeit will die anstehende Bundestagswahl am 22. September greifbar machen. Mit Hilfe der Broschüre „Klar geh‘ ich wählen“ sollen die komplexen Sachverhalte rund um das Wahlverfahren in einfacher Sprache erläutert werden.

Die Publikation richtet sich „insbesondere an Menschen mit Behinderung“, gibt aber auch Hilfestellungen für Erstwähler und andere, die sich mit dem wichtigen Ereignis vertraut machen wollen. Gedacht ist die Broschüre zudem für Menschen mit Migrationshintergrund.

Herausgegeben worde das 32 Seiten starke Heft in Kooperation mit der Landeswahlleiterin für Berlin, dem Berliner Aktionsbündnis für Menschen mit Behinderungen „Das Blaue Kamel“ sowie dem Unternehmen capito Berlin. Erklärt werden in zwölf  kleinen Kapiteln nicht nur die Aufgaben des Bundestages und die Bedeutung der Bundestagswahl, sondern ebenso das Wahlgeschehen, das anhand von kurzen Texten und Bildern ganz praktisch aufbereitet wird. Mit dabei sind auch ein Muster der Wahlbenachrichtigung sowie des Stimmzettels

Lob gab es hierfür bereits von der Völkerrechtlerin und Berliner Integrationsbeauftragten Monika Lüke:

„Eine Broschüre in leichter Sprache kann ein gutes zusätzliches Angebot sein für diejenigen Wählerinnen und Wähler mit Migrationshintergrund, deren Deutschkenntnisse noch nicht so verfestigt sind. Auch das ist ein wichtiger Beitrag zur Willkommenskultur.“

5,6 Mio. Deutsche mit Migrationshintergrund

Derzeit gibt es rund 5,6 Millionen deutsche Staatsbürger mit Migrationshintergrund. Das sind nach Angaben des Migrationsblogs der Initiativgruppe e.V. knapp zehn Prozent der Wahlberechtigten. Konkret ist die Zusammensetzung wie folgt: „Unter den 55-65jährigen sind es 7 Prozent Deutsche mit Migrationshintergrund; unter den 15-25jährigen sind es 15 Prozent; unter dem 0-10jährigen Nachwuchs sind es 29 Prozent.“ Wichtig seien für sie vor allem Themen wie die doppelte Staatsbürgerschaft (mehr hier) oder auch die Frage nach der Akzeptanz von Multikulturalität (mehr hier).

Unterteilt werden kann die Gruppe der Wähler mit Migrationshintergrund noch einmal in zwei „Submilieus“. Hierzu schreibt die Zeit:

„Da gibt es etwa 2,6 Millionen wahlberechtigte Spätaussiedler, die in der Vergangenheit eher CDU und CSU wählten. Unter den übrigen Wählern mit Migrationshintergrund bildeten zur Wahl 2009 Polen mit etwa 750.000 und Deutschtürken mit etwa 500.000 Wahlberechtigten die größten Gruppen. Letztere galten bislang als Stammwählerschaft der SPD.“

Besonders die Kinder und Enkel von Migranten seien, so heißt es an anderer Stelle, heute eine ernstzunehmende Wählerklientel. Sie würden sogar häufiger als Personen ohne Migrationshintergrund auf ihre Fähigkeiten zur politischen Meinungsbildung vertrauen. Zudem engagierten sich 32 Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund in politischen Initiativen.

Die aktuelle Broschüre gibt es ab sofort kostenlos für Berlinerinnen und Berliner in der Buchausgabe der Landeszentrale (1. Etage, Zimmer 137) oder im Büro der Beauftragten für Integration und Migration.

Einen Download gibt es hier.

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