Israel-Umf​rage: Entschuldi​gung für Mavi Marmara Vo​rfall war ein Fehler

Die Israelis sind offenbar unglücklich mit der aktuellen Haltung ihrer Regierung in den Beziehungen mit der Türkei. Rund Zweidrittel sagen, dass Netanjahus Entschuldigung für den Mavi Marmara Vorfall im Jahr 2010 falsch gewesen sei. Das geht aus einer aktuellen Umfrage hervor.

Bei der Erstürmung der Mavi-Marmara kamen 2010 neun Zivilisten ums Leben. (Foto:Flickr/freegazaorg).

Bei der Erstürmung der Mavi-Marmara kamen 2010 neun Zivilisten ums Leben. (Foto:Flickr/freegazaorg).

Das israelische Begin-Sadat Center für Strategische Studien (BESA) hat im Rahmen einer Umfrage herausgefunden, dass die Mehrheit der Israelis Tel-Avivs Entschuldigung für den Mavi Marmara Vorfall 2010 für falsch hält. Die israelische Regierung hätte sich nicht bei Ankara entschuldigen dürfen, sagen 71 Prozent aller Befragten.

Regionale Ambitionen der Türkei

55 Prozent sind der Meinung, dass die regionalen und globalen Ambitionen der Türkei entscheidend seien für die Verschlechterung der türkisch-israelischen Beziehungen. „Israel-Kritik bringt der Türkei einen Imagegewinn in der islamischen Welt und im Iran ein“, zitiert die Hürriyet den BESA-Direktor, Efraim Inbar. 24 Prozent der Befragten machen innenpolitische Gründe für die Störung der Beziehungen verantwortlich. Nur acht Prozent vermuten Antisemitismus hinter der israelkritischen Haltung der türkischen Regierung.

Inbar soll auf einer kürzlich stattgefundenen Konferenz gesagt haben, dass sich Israels Haltung in der PKK-Frage ändern könnte, berichtet das Blatt. Bisher habe Tel-Aviv die PKK als Terrororganisation eingestuft und ihr keine Unterstützung zukommen lassen. Doch die Türkei unterstütze schließlich auch die Hamas.

Efraim Inbar weist Vorwurf zurück

Auf Nachfrage der DTN, ob er der Türkei eine Drohung ausgesprochen habe, sagte Inbar, dass er niemals ein Aufruf zur Unterstützung der PKK angedeutet habe. Er habe lediglich gesagt, dass „Ankaras Unterstützung für die Hamas die türkisch-israelischen Beziehungen“ schädige.

Im weiteren Gespräch mit den DTN, sagte Inbar, dass gemäß der BESA-Umfrage 42 Prozent der Israelis keine Verbesserung der türkisch-israelischen Beziehungen unter der Erdoğan-Regierung erwarten. 30 Prozent glauben sogar an eine Verschlechterung. Die restlichen 28 Prozent erwarten eine Verbesserung der Beziehungen. Insgesamt 85 Prozent lehnen die Türkei als Urlaubsland ab. Die Umfrage werde in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Im vergangenen März hatte sich der israelische Ministerpräsident Netanjahu bei seinem Amtskollegen Premier Erdoğan für die im Zuge des Mavi-Marmara-Vorfalls getöteten Türken telefonisch entschuldigt (mehr hier).

Mehr zum Thema:

Mavi Marmara-Flotilla Aktivist: „Wir fordern mindestens eine Milliarde Dollar von Israel“
Entschuldigung zeigt Wirkung: 111 Prozent mehr israelische Touristen in der Türkei
Türkisch-israelische Beziehungen: Bülent Arınç will zurück zum Zustand vor 2010

 

 

 

 

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.