Olympia 2014 in Gefahr: Top-Terrorist ruft zu Anschlägen in Sotschi auf

Bereits seit den Bombenanschlägen von Boston waren die russischen Olympia-Organisatoren in Alarmbereitschaft. Jetzt gibt es tatsächlich ernsthaften Grund zur Sorge, dass Putins Prestigeprojekt Ziel terroristischer Attacken werden könnte. Zu Wort gemeldet hat sich einer der meistegesuchtesten Männer Russlands: Der tschetschenische Top-Terrorist Doku Umarow.

Horrende Ticketpreise, explodierende Kosten: Die jüngsten Schlagzeilen rund um die Olympischen Winterspiele 2014 im russischen Sotschi werden von einer aktuellen Meldung weit in den Schatten gestellt.  Diesmal geht es nicht um Geld. Es geht um das Leben vieler Menschen, das durch den tschetschenischen Top-Terroristen Doku Umarow bedroht wird.

Via Videobotschaft hat sich der 49-Jährige an diesem Mittwoch zu Wort gemeldet und die Muslime des Landes aufgerufen, Anschläge auf die anstehenden Olympischen Spiele zu verüben.  Der Islamistenführer kennt dabei keine Gnade.  Es gelte, so Russlands Staatsfeind Nummer Eins, die Veranstaltung „Mit allen Mitteln, die Allah erlaubt“ zu verhindern. Das im Februar 2012 angeordnete Ende der Anschläge auf Zivilisten ist damit obsolet. Das Moratorium, so  Umarow, werde aufgehoben.

Verfassungsschutz beobachtet Anhäger des Kaukasischen Emirats

„Wir wissen, dass auf  den Gebeinen unserer Vorfahren, den Gebeinen vieler, vieler Muslime, die starben und auf unserem Gebiet entlang des Schwarzen Meeres begraben sind, heute die Olympischen Spiele geplant werden. Wir, als die Mudschaheddin müssen mit allen Mitteln verhindern, dass das passiert“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Russlands Bin Laden, der seit dem ersten Tschetschenienkrieg 1994 zu den meistgesuchten Männern des Landes gehört. Rund 200 Personen, die seinem Kaukasischen Emirat angehören, stehen auch in Deutschland unter Beobachtung. Der Organisation werden auch Verbindungen zu al-Qaida nachgesagt. Veröffentlicht wurde der rund vier Minuten dauernde Film auf kavkazcenter.com.

Die Olympischen Winterspiele von Sotschi gelten gemeinhin als das Prestigeprojekt des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Langfristig soll das sportliche Megaevent die gesamte Region voranbringen. Sorge bereitet Beobachtern jedoch die Lage. Immerhin befindet sich Sotschi in unmittelbarer Nähe zum russischen Nordkaukasus, einer äußerst instabilen Region.

Boston schreckt russisches Sportministerium auf

Bereits seit den Terroranschlägen von Boston im vergangenen April sind die russischen Behörden in Alarmbereitschaft. „Für Russland, das bald eine ganze Reihe von sportlichen Großveranstaltungen austrägt, ist das eine ernste Warnung“, zitiert RIA Novosti Vitaly Mutko, russischer Minister für Sport, Tourismus und Jugendpolitik kurz nach der Katastrophe mit mindestens drei Toten und 144 Verletzten. Neben den Olympischen Winterspielen, die 2014 im russischen Schwarzmeer-Kurort Sotschi ausgetragen werden, ist das Land bereits Ende dieses Jahres Veranstalter der Sommeruniversiade in Kazan sowie dann im Jahr 2018 der Fußball-Weltmeisterschaft.

Noch Anfang März dieses Jahres war die Stimmung eine andere. Damals ließ der Vizechef des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB Wladimir Kuleschow verlauten, dass bei den Winterspielen in Sotschi keine Sondermaßnahmen getroffen würden. „Die Organisatoren und der Stab werden sich hauptsächlich darum kümmern, dass sich die Olympia-Teilnehmer und die Gäste wie selbstverständlich auch die Einwohner von Sotschi komfortabel fühlen“, zitiert RIA Novosti Kuleschow, der zugleich den Apparat des Nationalen Anti-Terror-Komitees leitet. Es würden allerdings bestimmte Maßnahmen zur Einschränkung der Verbreitung von Waffen, Sprengstoffen und Munition ergriffen werden. Diese Vorkehrungen, darunter auch Kontrollen am Eingang des Olympia-Geländes, so Kuleschow, entsprächen den internationalen Sicherheitsnormen.

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