Ägypten nach dem Sturz: Mursi will nicht aufgeben

Der Sturz des ägyptischen Präsidenten Mursi lässt die Massen in Kairo jubeln. Während sie das Ereignis frenetisch feiern, bereitet das Militär bereits die nächsten Schritte vor. Schon am Donnerstag soll Adli Mansour als neuer Präsident eingesetzt werden. Mursi will das allerdings nicht hinnehmen.

Zuletzt ging alles ganz schnell. Der ägyptische Präsident Mursi wurde am Abend gestürzt. Unter der Kontrolle des Militärs herrscht in Ägypten nun eine Übergangsregierung.

Als Präsident der Übergangsregierung wird Adli Mansour, bisheriger Vorsitzender des Verfassungsgerichts eingesetzt (mehr hier). Er soll bereits am kommenden Donnerstag vereidigt werden. Das berichtet die BBC.

Mursi protestiert via Facebook

Die Verfassung Ägyptens ist im Augenblick außer Kraft, die Menschen auf dem Kairoer Tahrir Platz jubeln. Mursi selbst soll zwischenzeitlich an einen unbekannten Ort gebracht worden sein. Hinnehmen will er die aktuellen Ereignisse aber offenbar nicht.

Während die Fernsehsender der Islamisten quasi unmittelbar nach dem Sturz abgeschaltet wurden, fordert Mohamed Mursi derzeit über seine Facebook-Seite die ägyptischen Zivilisten und das Militär auf, sich an die Verfassung und an geltendes Gesetz zu halten. Der Militärputsch sei nicht hinnehmbar, so Mursi weiter. Trotz der derzeitigen Situation müsse ein „Blutbad“ verhindert werden.

Die Massen in Kairo kann das allerdings nicht beeindrucken. Nach wie vor werden Feuerwerke gezündet. Über den Köpfen der Menschen kreisen Militärhubschrauber. Einige werfen kleine ägyptische Flaggen herab.

Ausschreitungen in Alexandria

Später am Abend soll es in Alexandria jedoch zu Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des gestürtzen Präsidenten gekommen sein. Wie Reuters berichtet, sollen Schüsse gefallen sein. Die Polizei könne die Situation eigenen Angaben zufolge handeln. Verstärkung sei bereits angefordert.

Am vergangenen Dienstag sollen insgesamt 16 Mursi-Anhänger von bewaffneten Regierungsgegnern getötet worden sein, berichtet BBC.

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.