Putsch in Ägypten: Türkische Regierung fordert Neuwahlen

Der türkische Außenminister Davutoğlu verurteilt den Umsturz des ägyptischen Präsidenten Mursi und äußert sein „tiefes Bedauern“. In kürzester Zeit seien demokratische Neuwahlen anzusetzen.

Stimmen aus der Türkei zeigen sich weiterhin unglücklich über den Militärputsch gegen den ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoğlu hat auf einer Pressekonferenz sein „tiefes Bedauern“ für die Vorkommnisse in Ägypten geäußert.

Es sei völlig inakzeptabel, einen demokratisch gewählten Präsidenten zu stürzen. „Wir fordern, dass alsbald demokratische Neuwahlen stattfinden“, so Davutoğlu. Er dementierte Gerüchte, wonach der türkische Botschafter in Kairo, Hüseyin Avni Botsalı, aufgrund der Ereignisse in Ägypten nach Ankara zurückberufen worden sein soll.

Auch Erdoğan-Vize Bekir Bozdağ stellt sich gegen den Umsturz. Der „Machtwechsel“ in Ägypten entspreche nicht dem Willen des Volkes. „In allem Demokratien sind Wahlen der einzige Weg, um an die Macht zu kommen“, zitiert die Hürriyet Bozdağ.

Mursis „Standhaftigkeit“

Egemen Bağış, türkischer Europaminister, lobte zuvor Mursis „Standhaftigkeit“ gegen alle Widerstände. Denn sogar die schlechteste Demokratie sei immer noch besser, als ein Militärputsch. Es gebe große Unterschiede zwischen dem „blutrünstigen Diktator Mubarak“ und dem „demokratisch gewählten“ Präsidenten Mohammed Mursi (mehr hier).

Prozesse gegen Putschisten

Die Türkei selbst arbeitet aktuell an einer Gesetzesänderung, die es dem türkischen Militär unmöglich machen soll, gegen demokratisch gewählte Regierungen zu putschen (mehr hier).

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