Integrationsmonitor 2013: Hessen bei Migranten am beliebtesten

Hessen ist in Sachen Integration offenbar auf dem richtigen Weg. Im aktuellen „Integrationsmonitor 2013“ zeichnet sich auf den meisten integrationspolitischen Themenfeldern ein positiver Trend ab. Die Menschen fühlen sich wohl, strukturelle Ungleichheiten gibt es aber immer noch.

Das Hessische Ministerium der Justiz, für Integration und

Europa hat in dieser Woche seinen „Integrationsmonitor 2013“ vorgelegt. Das sechsseitige Papier enthält Daten und Fakten zu Migration und Integration im Bundesland Hessen. Vorgestellt wurden die Ergebnisse des Zweiten Hessischen Integrationsmonitors vom Minister der Justiz, für Integration und Europa und stellvertretenden Ministerpräsident Jörg-Uwe Hahn. Das Signal: Seit 2005 zeichnet sich auf den meisten integrationspolitischen Themenfeldern ein positiver Trend ab.

Anstieg der Zuwanderung seit 2010

So wird aus den aktuellen Zahlen unter anderem deutlich, dass Hessen im Verhältnis zur Einwohnerzahl unter den Flächenländern im Augenblick das beliebteste Bundesland für Migranten ist. Aktuell gibt es 14,2 Prozent Deutsche mit Migrationshintergrund, 4,1 Prozent EU-Ausländer, 7,1 Prozent Nicht-EU Ausländer und 74,4 Prozent Deutsche. Damit hat fast jeder vierte Hesse, also rund 1,5 Millionen Menschen, einen Migrationshintergrund. 20 Prozent davon sind Muslime. 2011 kamen auf 1.000 hessische Einwohner 14 zugezogene Ausländer. Mit rund 90.000 Personen wanderten 2012 nun so viele Ausländer zu wie schon seit 1993 nicht mehr, während die Fortzüge relativ stabil bei um die 50.000 geblieben sind. Einen deutlichen Anstieg der Zuwanderung ist in Hessen jedoch bereits seit 2010 zu beobachten. Insgesamt fehlt es in Deutschland aber an einer Willkommenskultur (mehr hier).

Interessant zudem: Im Jahr 2011 waren rund 65 Prozent aller Personen mit Migrationshintergrund im erwerbsfähigen Alter berufstätig und damit sieben Prozentpunkte mehr als noch 2005.

Gleichzeitig tut sich auch etwas beim Thema Bildung. Der Anteil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund ohne Schulabschluss sank im selben Zeitraum von 18,1 auf  nunmehr 13,1 Prozent. Gleichzeitig stieg die Zahl derjenigen, die sogar eine allgemeine Hochschulreife erwerben von 9,2 auf 13,7 Prozent. Übrigens: Der Akademikeranteil unter Neuzuwanderern liege nach Angaben des Ministeriums deutlich höher als bei der hessischen Gesamtbevölkerung. Einen Teil dazu beigetragen haben könnte sicherlich das Anerkennungsgesetz (mehr hier). Andererseits sei aber auch der Anteil derjenigen ohne beruflichen Abschluss höher.

Hessen: Unterschiede werden geringer

Für Jörg-Uwe Hahn sind die vorgelegten Zahlen eine Art „Erfolgskontrolle“. Hier würde sich zeigen, wie die Maßnahmen für Menschen mit Migrationshintergrund wirken. Man wolle Chancengleichheit für alle Mitbürger. Man wolle Zuwanderern helfen, dass sie Sprachhürden möglichst schnell überwinden. Dass sie rasch im Berufsleben ihre Frau und ihren Mann stehen könnten, dass sie rasch in die Gesellschaft hineinwüchsen und sich in Hessen wohlfühlten. Hierzu stellt er fest:

„Trotz immer noch bestehender struktureller Ungleichheiten zwischen den Bevölkerungsgruppen mit und ohne Migrationshintergrund zeichnet sich also in den meisten integrationspolitischen Themenfeldern eine positive Entwicklung ab. Die im ersten Betrachtungsjahr 2005 festgestellten Unterschiede zwischen der Bevölkerung mit und ohne Migrationshintergrund verringern sich bei den meisten Indikatoren langsam, aber stetig. Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Hier geht es zum vollständigen Papier.

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