Sturz in Ägypten: Haben jetzt ausländische Studenten das Nachsehen?

Nicht nur die politische Welt beobachtet die Lage in Ägypten derzeit angespannt. Auch Universitäten verfolgen die Situation aufmerksam. Auf Grund des Sturzes von Präsident Mursi scheint unklar, ob für den Herbst geplante Programme in Ägypten tatsächlich stattfinden können.

Der US-amerikanische Präsident Barack Obama ist in Sorge ob der Lage in Ägypten. Der Politiker wünscht sich nach dem Sturz von Präsident Mohammed Mursi durch das Militär am vergangenen Mittwochabend eine schnelle Rückkehr zu demokratischen Strukturen. Ähnlich ergeht es auch zahlreichen US-amerikanischen Studenten. Diejenigen, die ein Auslandssemester in Ägypten geplant haben, sehen sich nun mit einer völlig unübersichtlichen Lage konfrontiert.

Unruhe herrscht jedoch schon seit einigen Tagen. Bei Massenprotesten in Alexandria starb am vergangenen Freitag ein US-Student vom Kenyon College in Ohio. Der 21-Jährige war Praktikant einer amerikanischen Bildungsorganisation in Ägypten. Nachdem das US-Außenministerium eine Reisewarnung herausgegeben hatte, sagte nun die Northwestern University vorübergehend alle Reisen ab. Lediglich Genehmigungen für Einzelfälle, so heißt es, würden überprüft. Allein am vergangenen Mittwochabend starben mindestens zehn weitere Personen (mehr hier).

Erste Studierende bereits evakuiert

Die US-amerikanischen Universitäten beobachten die Situation in Ägypten aufmerksam, berichtet USA today. Es gelte zu entscheiden, ob für den Herbst geplante Austausch-Programme tatsächlich stattfinden könnten. Auch unter den Studenten gäbe es Diskussionen, ob ein Studienaufenthalt dort wirklich sicher sei. Zu den betroffenen Einrichtungen gehören demnach das Middlebury College, George Washington University, Georgetown University und das Institute for Study Abroad-Butler University (IFSA-Butler). Auf Grund der sich verschlechternden Sicherheitslage seien bereits 18 Studierende der arabischen Sprachen aus Michigan, Texas, Maryland und Oklahoma von Ägypten nach Marokko evakuiert worden.

Studenten bleiben bereits seit 2011 fern

Für die Bildungsstätten ist die Situation nicht neu. Schon 2011 haben viele US-amerikanische Universitäten ihre Studenten im Zuge des Sturzes von Präsident Hosni Mubarak heraus geholt. Obschon einige damals zurückgekehrt seien, so das Blatt weiter, gingen die Einschreibungen für Austauschprogramme in Ägypten jedoch von 1923 im Jahr 2011 auf 1096 im Jahr darauf zurück. Im gleichen Zeitraum brachen auch die Zahl der ausländischen Studierenden im Nahen Osten und in Nordafrika um 13 Prozent ein.

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