Gezi Park Proteste: Polizei nimmt wieder 15 Personen fest

Die türkische Polizei hat im Zusammenhang mit den Gezi Park Protesten eine vierte Verhaftungswelle gestartet. Wegen angeblicher Beschädigung von Privateigentum und des Werfens von Molotow-Cocktails während der Demonstrationen wurden nun 15 Personen festgenommen.

Die türkischen Sicherheitskräfte schlugen an diesem Freitag an 17 Orten in vier verschiedenen Städten gleichzeitig zu. Fokus der aktuellen Operation soll İzmir gewesen sein. Darüber hinaus gab es Razzien in Istanbul, Manisa und Batman.

Insgesamt 15 verdächtige Personen wurden verhaftet, weil sie angeblich im Namen von Terrororganisationen gehandelt haben sollen. Im Zuge der Proteste hätten sie privates Eigentum beschädigt, Molotow-Cocktails eingesetzt und andere Demonstrationsteilnehmer provoziert.

Die Polizei beschlagnahmte während ihrer Razzien entsprechende Dokumente und CDs, die Verbindungen zu kriminellen Organisationen aufzeigen sollen, so die türkische Zeitung Hürriyet.

Es ist nicht die erste Polizeiaktion dieser Art, die im Rahmen der Proteste durchgeführt wird. Bereits am 18. (mehr hier) und 25. Juni (mehr hier) kam es zu umfassenden Razzien und zahlreichen Festnahmen. Zuvor gab es bereits Festnahmen von Twitter-Usern wegen angeblicher „Anstiftung zu Aufruhr und Propaganda“ (mehr hier).

Die Ende Mai begonnenen Proteste haben mittlerweile rund 2,5 Millionen Türken landesweit auf die Straßen getrieben. Nur in zwei türkischen Städten schlossen sich nach Angaben des Innenministeriums die Menschen den Demonstrationen nicht an. 79 andere erlebten teils große Protestaktionen.

Dass jedoch unter den Demonstranten auch Unruhestifter zu finden seien, davor warnte der freie Journalist und Autor Eren Güvercin schon zu Beginn der Auseinandersetzungen. „Trittbrettfahrer aus verschiedenen politischen Lagern, links bis rechts, heizen die Atmosphäre mit Falschinformationen und Fakebildern (Bilder vom Istanbul-Marathon etc) auf.“ (mehr hier).

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