Rechte Anschläge seit April: „NSU lebt weiter und ihr werdet die nächsten Opfer sein“

In den vergangenen Monaten ist es zu mehreren rechtsradikalen Anschlägen gegen Moscheen, Initiativen, Denkmäler und Vereine gekommen. Das Bundesministerium des Innern hat die Vorfälle dokumentiert. Die Anschläge sollen im Zusammenhang mit dem NSU-Prozess stehen.

Im Zusammenhang mit dem NSU-Prozess soll es landesweit zu mehreren rechtsradikalen Angriffen und Anschlägen gekommen sein. Unter den Anschlagszielen finden sich, neben Moscheevereinen und Denkmälern für die NSU-Opfer und Opfer des Nazi-Regimes, auch eine Reihe von „Vereinen und Initiativen, die sich gegen die rechtsextreme Szene engagieren“. Dazu gehören neben der Islamischen Gemeinde in Düren, der IGMG-Moschee in Osnabrück, beispielsweise auch der Bayerische Flüchtlingsrat in München.

Drohungen und Angriffe

„Eine Gedenktafel für Rudolf Benario, der im Konzentrationslager Dachau ermordet wurde, wurde entfernt und die Botschaft `Hans Steinbrenner hier´ hinterlassen. Steinbrenner war der Chef der 2. Kompanie im KZ Dachau“, schreibt das Bundesministerium des Innern in einem Antwortschreiben zu einer Kleinen Anfrage des Bundestags. Die Eingangstür des islamischen Vereins in Düren wurde mit der Aufschrift „NSU lebt weiter und ihr werdet die nächsten Opfer sein!!!“ beschmiert.

Die zeitliche Nähe der Angriffe zum NSU-Prozessauftakt lasse die Vermutung aufkommen, dass es einen Zusammenhang mit dem Prozess geben könnte.

Keine kollektive Verurteilung

Im vergangenen Juni hat Tülin Özdoğru, Tochter des NSU-Opfers Abdurrahim Özdoğru, bei einer Preisverleihung gesagt, dass sie Deutschland liebe. Doch auf ein Zeichen der Gegenliebe warte sie immer noch. Sie sei enttäuscht. Trotz ihrer Trauer wehrt sie sich dagegen, die Gesellschaft plakativ zu beschuldigen. Sie hege keine Rachegefühle (mehr hier).

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