Mursi-Sturz in Ägypten: Die Türkei verliert ihren wichtigsten Verbündeten

Die Türkei sah in dem ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mursi ihren wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten. In vielen Bereichen bestand eine enge Zusammenarbeit. Die AKP wurde sogar als Modellpartei für die Muslimbrüder gehandelt. Doch das Verhältnis zu den neuen Machthabern in Kairo wird sich für Ankara schwieriger gestalten.

Die Türkei hat mit dem Abgang Mursis ihren wichtigsten Verbündeten in der Region des Nahen Ostens verloren. Ägypten galt für die Türkei nicht nur als wirtschaftliches Tor in die Märkte Nordafrikas, sondern war zudem ein wichtiger politischer Verbündeter in der Syrien-Krise.

Die Türkei unter der AKP sollte als Vorbild für die Muslimbrüder im Nahen Osten dienen. Doch schon im November 2012 sagte der Kairoer Nahost-Analyst Ahmed Abou Hussein, dass es schwer sei, das türkische Modell zu übernehmen. „Wir haben es in Ägypten noch nicht geschafft, das Verhältnis von Religion und Staat auf eine solide Basis zu stellen“, zitiert die L.A. Times den Analysten. Auch die Muslimbrüder seien verwirrt und wüssten keinen Ausweg.

Ungewisse Zukunft

Mit der Übergangsregierung und dem ägyptischen Militär wird es Ankara nur schwerlich gelingen, intakte und gute Beziehungen in die Wege zu leiten. Denn die türkische Regierung hat sich nach dem Sturz Mursis festgelegt. Davutoğlu und Erdoğan haben den Militärputsch verurteilt und Partei für Mursi ergriffen. Denn für Mohammed Mursi hatten die Beziehungen zu Ankara höchste Priorität. Es sei völlig inakzeptabel, einen demokratisch gewählten Präsidenten zu stürzen. „Wir fordern, dass alsbald demokratische Neuwahlen stattfinden“, so Davutoğlu (mehr hier).

Doch eine weitgehende Abkühlung in den türkisch-ägyptischen Beziehungen wird auch unter einer neuen Regierung nicht erfolgen. Denn beide Staaten sind wichtige Verbündete der USA. Washington hat kein Interesse daran, dass es zu nachhaltigen Verwirrungen zwischen Ankara und Kairo kommt.

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