Schluss mit Moschee-Sport: Amt für Religiöse Angelegenheiten schiebt Kursen einen Riegel vor

Das türkische Amt für Religiöse Angelegenheiten hat die Muftis im ganzen Land dazu aufgefordert, keine sportlichen Aktivitäten in Moscheen zu erlauben. Hintergrund ist die Einführung von Sportarten wie Badminton in einer Moschee in der türkischen Provinz Muğla.

Das türkische Amt für Religiöse Angelegenheiten macht in Sachen Sport und Koran-Unterricht unter einem Dach einen Rückzieher. Nachdem man bereits im April 2012 gemeinsam mit dem Sportdirektorat ein entsprechendes Protokoll unterzeichnet hatte und diese nun in Muğla erstmals umgesetzt wurden, ist der Behörde dieser Anblick nun offenbar doch ein Dorn im Auge.

Nun ging eine entsprechende Anweisung, unterzeichnet vom Vorsitzenden Mehmet Görmez, an die Büros der Muftis landesweit. Darin wird argumentiert, dass die gemeinsame Abhaltung von Korankursen und sportlichen Aktivitäten in einer Moschee (mehr hier) nicht mit den Grundprinzipien des Islams vereinbar sei und keiner respektvollen Atmosphäre in Moscheen entspräche. Die Muftis wurden jetzt dazu aufgefordert, solche sportlichen Aktivitäten doch außerhalb Moscheen zu arrangieren, wenn möglich in Sporthallen oder Zentren. Das berichtet die türkische Hürriyet.

Moscheen: Kein Futter für die Medien

In der Bekanntmachung des Amtes, so heißt es weiter, werde auch empfohlen, jegliches Verhalten zu vermeiden, das politisiert werden oder Anstoß zur Polemik geben könnte. Auch den Medien solle kein Futter geboten werden.

Erst zur Wochenmitte wurde bekannt, dass in der Milas Moschee in Muğla Kinder nicht nur an Korankursen während des Sommers teilnehmen, sondern in der Moschee unter anderem auch Badminton spielen können. In Antalya sei man ähnlich verfahren, und habe, so das Blatt, parallel zu den Kursen Tennisstunden angeboten. Auch in der Touristenhochburg lag das schon vor längerem zwischen dem Türkischen Amt für Religiöse Angelegenheiten und dem Sportdirektorat geschlossene Protokoll zugrunde. Intention der Vereinbarung war eigentlich, während der sportlichen Betätigung Lesungen aus dem Koran zu hören, und so den Kindern die Besuche in einer Moschee schmackhaft zu machen.

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