Gestrandet in Ägypten: Über 200 türkische Lkw-Fahrer sitzen fest

Der Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohmmed Mursi am vergangenen Mittwoch hat auch Auswirkungen auf türkische Speditionen. Seit dem Umbruch sollen mehr als 200 Lkw-Fahrer dort gestrandet sein. Wann die Trucker in die Türkei zurückkehren könnten, scheint ungewiss.

Von den blutigen Auseinandersetzungen in Ägypten sollen derzeit auch zahlreiche türkische Staatsangehörige direkt betroffen sein. Seit dem Sturz vom Mohammed Mursi sitzen hier angeblich mehr als 200 türkische Lkw-Fahrer fest. Türkische Unternehmen geben sich derzeit allerdings noch relativ entspannt.

Im Augenblick soll den türkischen Fahrern nicht gestattet sein, das Land zu verlassen, heißt es hierzu in der türkischen Zeitung Zaman. Einem türkischen Schiff, welches die Trucker zurück in die Heimat bringen sollte, sei offenbar nicht gestattet worden anzulegen. Warum den Männern die Ausreise verwehrt wird, ist allerdings unklar.

Während die Angehörigen in Anbetracht der eskalierenden Lage um das Leben der Lkw-Fahrer bangen, geben sich die 250 in Ägypten operierenden türkischen Unternehmen derzeit noch gelassen. Momentan gebe es keine Pläne, dem Land den Rücken zuzukehren.„Türkische Unternehmen haben Erfahrungen mit Militärputschen und können sich der Situation schnell anpassen. Es gibt keinen Grund zur Panik“, zitiert Today`s Zaman die Vorsitzende der türkischen Industriekammer für Wirtschaftsbeziehungen mit dem Ausland (DEIK), Zuhal Mansfield (mehr hier).

Zuletzt wurden türkische Trucker auch in den Syrienkonflikt hineingezogen. Ende Juli 2012 schloss die Türkei den türkisch-syrischen Grenzübergang Cilvegözü. Der Entscheidung vorausgegangen waren Angriffe auf türkische Lkws. Mindestens neun Fahrzeuge wurden damals verbrannt und zahlreiche weitere geplündert, als die syrische Opposition in der Woche zuvor die Kontrolle über zwei türkisch-syrische Grenzposten übernommen hatte (mehr hier).

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