Der Arabische Frühling: Kontrast zwischen aktueller Krise und einstiger Größe

Der Islamwissenschaftler Thorsten Schneiders hat zwei Buchbände zum Arabischen Frühling und der arabischen Welt veröffentlicht. An dem Buchprojekt nahmen zahlreiche Wissenschaftler, Autoren und Nachwuchsforscher teil. Es enthält einen kompakten wirtschaftlichen, sozialen und politischen Überblick über den arabischen Nahen Osten. Dem Leser werden Fakten und Analysen geboten.

Der deutsch Islamwissenschaftler Thorsten Schneiders hat zu den aktuellen Ereignissen in der arabischen Welt zwei Buchbände veröffentlicht.

Das Band „Die Araber im 21. Jahrhundert. Politik, Gesellschaft, Kultur“ umfasst insgesamt 435 Seiten, 17 Abbildungen und 12 Abbildungen in Farbe. „Der Arabische Frühling: Hintergründe und Analysen“ hat 302 Seiten, 4 Abbildungen und 3 Abbildungen in Farbe.

Beide Werke enthalten zahlreiche Analysen von bekannten Wissenschaftlern, Autoren und Nachwuchsforschern. In „Der Arabische Frühling“ wird die Vielfältigkeit der Protestbewegungen des Arabischen Frühlings sind. Das Verhältnis von Mann und Frau im Zuge des Frühlings ist ein weiteres Thema. Denn nicht selten wirkten Frauen an der vordersten Front der Bewegungen mit.

Doppeldeutigkeit des Islamismus

Islamismus und die Rechte und Situation religiöser Minderheiten wird ebenfalls thematisiert. Beispielsweise wird auf eine „Doppeldeutigkeit des Islamismus“ eingegangen. „Sowohl Anerkennung der neuen sozialen Position der Frau wie gleichzeitig ihre wertkonservative Rückbindung – manifestierte sich symbolisch in einer konventionalisierten Kleiderordnung“, schreibt der Orientalist Reinhard Schulze in dem Band.

Somit gehe es im Islamismus darum, den „Geltungsanspruch der Frauen auf eine gleichberechtigte ökonomische und soziale Rolle“ zu stellen. Aber jene Neudefinition soll auch dazu dienen, patriarchalische Strukturen sicherzustellen.

Wirtschaftliche und soziale Fakten

Sowohl in „Der Arabische Frühling“ als auch in „Die Araber im 21. Jahrhundert“ wird ein besonders großer Wert auf einzelne Länderanalysen gelegt. Diese beinhalten sowohl wirtschaftliche als auch sozial-politische Gesichtspunkte im Zuge der ökonomischen Globalisierung. Der Leser hat die Möglichkeit, die Entstehungsgeschichte und den Verlauf des Arabischen Frühlings aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, ihre Zusammenhänge zu verstehen und sich ein wissenschaftlich fundiertes Bild zu machen.

Gleichzeitig geht „Die Araber im 21. Jahrhundert“ nicht nur auf die Araber im Nahen Osten ein, sondern auch auf die Araber in Deutschland. Thorsten Schneiders untersucht hier unter anderem das Bild der Araber im Zusammenhang mit der „Thilo Sarrazin-Affäre“. Der Professor für Wirtschaftsarabistik, Alexander Flores, betont auch den Kontrast der arabischen Welt zwischen dem aktuellen „elenden Zustand“ und ihrer „einstigen Größe“. Dieses Gefühl sei besonders „schmerzlich“ für die Araber.

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