Gold für Erdgas: Niedriger Goldpreis und Iran-Embargo bereiten Türkei Kopfzerbrechen

Die Türkei kauft seit geraumer Zeit iranisches Öl und Erdgas für Gold. Der Iran ist nach Russland der zweitgrößte türkische Energielieferant. Doch seit Anfang Juli ist jeglicher Goldhandel mit Teheran verboten. Die USA möchten jegliche Goldlieferungen in den Iran unterbinden. Ankara steckt in einer Zwickmühle.

Der tiefe Fall des Goldpreises und das kürzlich verhängte US-Verbot von Gold-Transaktionen in den Iran hat vor allem dem türkisch-iranischen Energiehandel Schaden zugefügt. Im vergangenen Jahr wurden die Sanktionen gegen den Iran verschärft. Iranischen Banken wurde die Nutzung des SWIFT-Systems untersagt. Somit wurde im Vorfeld der elektronische Zahlungsverkehr komplett gestoppt.

Es konnte weder Geld ins In- noch ins Ausland fließen. Doch die Nachfrage nach Erdgas und Erdöl deckt die Türkei hauptsächlich durch Russland und anschließend durch den Iran ab. 2011 betrug der iranische Anteil an den Erdgasimporten 19 Prozent. Zudem ist die Türkei der wichtigste Erdgas-Kunde des Iran (mehr hier).

Umgehung der Sanktionen

Ankara versuchte die US-Sanktionen zu umgehen, indem sie als Zahlungsmittel für den Kauf von iranischem Erdgas nicht mehr den US-Dollar nutzte, sondern Gold, berichtet Global Post. Dieser Trend verstärkte sich zusehends. Gold wurde die wichtigste Handelswährung für Abnehmer von iranischen Energieprodukten. Doch im April 2013 kam es zu einem Crash am Goldmarkt. Der Goldpreis fiel erstmals seit 2011 unter die Marke von 1.400 US-Dollar.

USA treiben Türkei in die Zwickmühle

Die Türkei bekam fortan weniger Öl und Gas und musste aber gleichzeitig aufgrund des niedrigen Goldpreises mehr Goldreserven bereitstellen. Denn die iranischen Energielieferungen wurden teurer. Die USA gingen einen Schritt weiter, um die Goldlieferungen in den Iran vollkommen zu unterbinden. Seit dem 1. Juli haben die USA jegliche Goldlieferungen an den Iran verboten.

Die über die Türkei tolerierten Goldlieferungen sollen damit gestoppt werden. „Ich kann ihnen versichern, dass wir sehr, sehr genau darauf schauen, wer außerhalb des Iran Gold an die iranische Regierung verkauft“, sagte der Sprecher des US-Schatzamts, David Cohen, bei einer Anhörung im US Senat.

Die USA haben der Türkei klar und deutlich gesagt, dass jegliche Verstöße gegen die neu verordneten Sanktionen nicht toleriert werden. Somit steckt die Türkei in einer energiepolitischen Zwickmühle. Denn einerseits ist das Land angewiesen auf das iranische Erdgas und Erdöl und andererseits ist sich Ankara über die Entschlossenheit Washingtons in der Iran-Frage bewusst.

Mehr zum Thema:

Goldproduktion auf Rekordhoch: Türkei profitiert von neuen Investitionen
Nach Preisfall: Türken befinden sich im „Goldrausch“
Deutsche Börse und „Borsa Istanbul“: Türkei will Zentrum der MENA-Region werden

 

 

 

 

Kommentare

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.